Getrennt lebende Eltern müssen ihren minderjährigen Kindern ab dem kommenden Jahr mehr Unterhalt zahlen. Je nach Alter des Kindes steigen die Sätze in der untersten Einkommensgruppe um 15 bis 21 Euro im Monat. Das geht aus einer Verordnung hervor, die im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde.

Demnach sollen Kinder unter sechs Jahren künftig mindestens 369 Euro und ab 2021 mindestens 378 Euro im Monat bekommen. Kinder zwischen sechs und elf Jahren haben Anspruch auf 424 Euro beziehungsweise 434 Euro. Für ältere Kinder von 12 bis 17 Jahren beträgt der monatliche Mindestunterhalt 497 Euro im Jahr 2020 und 508 Euro im Jahr 2021. Die Sätze für weitere Einkommensgruppen werden darauf aufbauend in der sogenannten Düsseldorfer Tabelle festgelegt.


Referenzwert für den Mindestunterhalt ist das steuerfreie Existenzminimum für minderjährige Kinder. Allerdings zählt auch Kindergeld als Einkommen der Kinder, unterhaltspflichtige Eltern dürfen deshalb die Hälfte des Kindergelds von ihrem zu zahlenden Unterhalt abziehen. Mitte 2019 war das Kindergeld um zehn Euro pro Monat erhöht worden, 2021 soll es noch einmal um 15 Euro steigen.

Die Düsseldorfer Tabelle existiert seit 1962 und dient bundesweit als Richtlinie zur Bemessung des angemessenen Kindesunterhalts. Seit 1979 wird sie vom Oberlandesgericht herausgegeben. Sie wird in Gesprächen des Deutschen Familiengerichtstages mit allen Oberlandesgerichten regelmäßig angepasst.