Greta Thunberg - "Unser Haus brennt" In New York sprach die Fridays-for-Future-Initiatorin vor Zehntausenden Teilnehmern des globalen Klimastreiks. Sie betonte, dass die Klimakrise alle anginge. © Foto: Eduardo Munoz Alvarez/​dpa

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat vor Zehntausenden Menschen in New York die weltweiten Klimademonstrationen als "Welle der Veränderung" gefeiert. "Wir sind nicht nur ein paar junge Leute, die die Schule schwänzen, oder ein paar Erwachsene, die nicht zur Arbeit gegangen sind – wir sind eine Welle der Veränderung. Zusammen sind wir nicht aufzuhalten", sagte die 16-Jährige unter Jubel und Applaus der Zuhörer im Battery Park an der Südspitze Manhattans.

"Es wird Veränderungen geben, ob Sie es mögen oder nicht."

"Wenn Sie zu der kleinen Gruppe von Menschen gehören, die sich von uns bedroht fühlen, dann habe ich sehr schlechte Nachrichten für Sie, denn das hier ist nur der Anfang", sagte sie weiter. "Es wird Veränderungen geben, ob Sie es mögen oder nicht."

Den Organisatoren zufolge waren etwa 250.000 Menschen zu der Demonstration in New York gekommen, das Bürgermeisteramt der Stadt sprach von etwa 60.000. Das ist für New York nicht wenig, die Metropole hat aber auch schon deutlich größere Protestzüge gesehen. Die Demonstranten hatten sich am Mittag vor dem Rathaus getroffen und waren dann zum Battery Park gezogen. Die 1,1 Millionen Schüler der US-Metropole hatten im Vorfeld der New Yorker Demo die Erlaubnis bekommen, für die Teilnahme an der Demonstration dem Unterricht fernzubleiben.

Bei der Demonstration trug Thunberg dasselbe Schild mit der schwedischen Aufschrift "Schulstreik für das Klima", das sie bei ihren Protestaktionen immer bei sich hat. Andere Demonstranten in New York hielten Schilder mit Slogans wie "Es gibt keinen Planeten B" oder "Gib der Erde eine Chance". Auch der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio marschierte mit.

Kurz vor einer geplanten Kundgebung sagte Thunberg, sie sei überwältigt von den Millionen Teilnehmern weltweit. "Wenn man die Bilder sieht, fällt es schwer, das zu glauben." Sie hoffe, dass dies ein "Wendepunkt für die Gesellschaft" sei, dass die Demonstrierenden zeigten, wie viele Menschen engagiert seien und Druck auf die Politiker aufbauten. "Vor allem vor dem UN-Klimagipfel."

Am Montag kommen in New York viele Staats- und Regierungschefs zum Klimagipfel der Vereinten Nationen zusammen. Unter ihnen ist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), deren Regierungskoalition am Freitag ein milliardenschweres Klimaschutzprogramm auf den Weg gebracht hat. Die deutsche Sektion der von Thunberg gegründeten Fridays-for-Future-Bewegung kritisiert die Maßnahmen als "desaströs", da sie nicht für "echten Klimaschutz" sorgten.

Vor dem UN-Klimagipfel soll es am Samstag noch einen eigenen UN-Klimagipfel für die Jugend geben. Zu beiden Veranstaltungen ist auch Thunberg eingeladen. Sie hatte mit ihren freitäglichen Schulstreiks die neue weltweite Protestbewegung gegen die Erderwärmung in Gang gesetzt.