Griechenland - Mindestens ein Toter bei Brand in Flüchtlingslager In einem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos sind mehrere Wohncontainer in Brand geraten. Mindestens ein Mensch ist gestorben. © Foto: Giorgos Moutafis/Reuters

Bei einem Feuer in dem überfüllten griechischen Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos sind mindestens zwei Menschen getötet worden. Das bestätigten die griechische Polizei sowie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen.

Nach Angaben eines Polizeisprechers hatten Bewohner des Lagers am späten Sonntagnachmittag zunächst ein Feuer in einem Olivenhain und wenig später ein zweites im Inneren des Lagers gelegt. Der Vorfall löste offenbar teils gewaltsame Proteste der Lagerbewohner aus. Einige Flüchtlinge gaben an, dass die Feuerwehr erst nach 20 Minuten eingetroffen sei.

Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Lage unter Kontrolle zu halten. Aus Athen wurden zudem mit Armeehubschraubern zusätzliche Sicherheitskräfte eingeflogen. "Die Situation ist angespannt", sagte der Bürgermeister von Lesbos, Stratis Kytelis.

Das Lager Moria ist seit Jahren chronisch überfüllt. Aktuell leben dort etwa 12.000 Menschen, die meisten von ihnen sind Afghanen. Ausgelegt ist es für 3.000 Bewohner. Erst im August waren 3.000 neue Flüchtlinge angekommen und hatten die ohnehin bereits schwierige hygienische Situation weiter verschärft. Immer wieder entlädt sich die Verzweiflung der Lagerbewohner in Gewalt.