In Deutschland sind laut einer Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im vergangenen Jahr deutlich weniger Asylanträge gestellt worden als im Vorjahr. Die Zahl der Erstanträge ging um 18,3 Prozent auf 162.000 zurück, teilte die Organisation mit.

Ähnlich verhält es sich in anderen Industrieländern: In allen 36 Mitgliedsstaaten der OECD wurden demnach im vergangenen Jahr mehr als eine Million Erstanträge gestellt – ein Drittel weniger als 2015 und 2016. In der EU soll die Zahl der Erstanträge im vergangenen Jahr wieder auf das Niveau von 2014 gesunken sein.

Der OECD-Studie zufolge hat die Flüchtlingszuwanderung nach Deutschland generell deutlich abgenommen. Dagegen kommen mehr Menschen, um zu arbeiten. Und ihre Chancen, einen Job zu finden, sind demnach gut. Ende 2018 hatten erstmals 70 Prozent der Zuwanderer in Deutschland Arbeit. Jedoch sind Migrantinnen und Migranten häufig in schlecht bezahlten Jobs, geringfügiger Beschäftigung und im Niedriglohnsektor tätig – oft auch, wenn sie für diese Tätigkeiten überqualifiziert sind. 

Außerdem stellt die Untersuchung fest, dass Deutschland von allen nicht englischsprachigen Ländern die meisten internationalen Studierenden anzieht. Mit 265.000 Studierenden habe Deutschland nun Frankreich überholt.

Als Zugewanderte gelten laut OECD Menschen, die im Ausland geboren wurden. Dazu können auch Personen zählen, die einen deutschen Pass haben. Geflüchtete werden berücksichtigt, wenn sie einen Schutzstatus erhalten haben. Die OECD hat insgesamt 30 Mitgliedsländer, darunter die USA, Deutschland, Italien, Großbritannien, Mexiko und die Türkei.