Verkehrsunfall - Vier Menschen in Berlin von Porsche erfasst Am Freitag ist in Berlin ein SUV von der Straße abgekommen und auf den Gehweg geraten. Bei dem Unfall wurden vier Menschen getötet, darunter ein dreijähriges Kind. © Foto: Paul Zinken/dpa

Nach einem schweren Autounfall in Berlin-Mitte ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Tötung. Das teilte eine Sprecherin mit. Nach Informationen vom Wochenende zog die Polizei unter anderem einen medizinischen Notfall beim Fahrer als Unfallursache in Betracht. Der 42-Jährige liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Vorsatz wurde zunächst ausgeschlossen.

Bei dem Unfall war ein schwerer Sportgeländewagen von der Straße abgekommen und hatte vier Fußgänger an einer Ampel tödlich verletzt, darunter einen dreijährigen Jungen. Nach Anwohnerangaben überholte der SUV den stehenden Verkehr an der Ampel sehr schnell auf der Gegenfahrbahn und geriet auf den Gehweg. Das Auto knickte einen Ampelmast und mehrere Poller um, durchbrach einen Bauzaun und kam erst auf einem Baugrundstück zum Stehen.

Der Unfall hat eine Diskussion über SUV in Innenstädten ausgelöst. "Wir brauchen eine Obergrenze für große SUV in den Innenstädten", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen Oliver Krischer dem Tagesspiegel. Am besten wäre ihm zufolge "eine bundesrechtliche Regelung, die es Kommunen erlaubt, bestimmte Größenbegrenzungen zu erlassen". Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sprach sich allerdings dagegen aus, warb im Gespräch mit der Bild aber für eine höhere Kfz-Steuer für solche Fahrzeuge: "Die Frage, was es kostet, ist viel entscheidender als ein Verbot." SUV sind bei Autokäufern in Deutschland zunehmend beliebt, obwohl sie besonders umweltschädlich sind.

Das Bundesverkehrsministerium wollte sich an der Diskussion nicht beteiligen. Wichtig sei jetzt, die Unfallursache zu klären, sagte eine Sprecherin.

"Man kann nicht einfach sagen: Ein SUV ist grundsätzlich gefährlicher als ein Polo oder als ein Smart", sagte der Unfallforscher Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft der Deutschen Presse-Agentur. Mehr Einfluss als das Gewicht hätten Geschwindigkeit und Art des Zusammenstoßes. Im Berliner Fall hätte aber der Ampelmast einen Polo möglicherweise gestoppt.

Am Samstagabend kamen rund 500 Menschen zu einer Mahnwache an die Unfallstelle. Auch am Sonntag legten Passantinnen und Passanten Blumen und Bilder an der Unfallstelle ab und stellten Kerzen auf.