In den spanischen Küstenregionen von Valencia, Murcia und dem östlichen Andalusien haben extreme Regenfälle zu schweren Schäden geführt. Fünf Menschen starben, ihre im Wasser feststeckenden oder von Fluten mitgerissenen Autos wurden zu tödlichen Fallen. In manchen Orten fällt so viel Regen wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1917.

In zahlreichen Städten rissen schlammfarbene Wassermassen Fahrzeuge mit und setzten die unteren Stockwerke von Häusern unter Wasser. Die Armee, die laut Angaben eines Sprechers mit 1.000 Soldaten im Einsatz ist, rettete 60 Menschen von einem durch die Fluten abgeschnittenen Campingplatz.

In der Region Murcia befreiten Retter 144 Menschen aus Autos und überfluteten Häusern. Einige musste die Polizei mit Hubschraubern von den Dächern ihrer Häuser holen. Regionalpräsident Fernando López Miras sagte dem Sender TVE: "Die ganze Region Murcia ist überflutet. So eine Lage haben wir noch nie erlebt."

74 Straßen gesperrt

Der spanische Wetterdienst AEMET betrachtet die Region weiter als "extrem gefährdet" durch weiteren Starkregen. Einige Stadtverwaltungen in den Regionen Valencia und Murcia meldeten die ergiebigsten Regenfälle, die je verzeichnet wurden. In der Stadt Orihuela, rund 200 Kilometer südlich von Valencia, fielen binnen sechs Stunden 120 Liter Regen pro Quadratmeter. Der Fluss Segura trat über die Ufer. In Murcia sperrte die Polizei sicherheitshalber sämtliche Brücken.

Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska sprach am Freitag vor Journalisten von einer "ernsten Lage", rund 3.000 Einsatzkräfte von Rettungsdiensten, Polizei und Armee seien in den Katastrophengebieten. Mehr als 3.500 Menschen mussten wegen der Unwetter und Überschwemmungen ihre Häuser verlassen. Grande-Marlaska reiste nach Orihuela, rund fünf Kilometer südlich von Redován, um sich auf einem Hubschrauberflug ein Bild von den Schäden zu machen.

74 Straßen seien am Freitag wegen Hochwassers gesperrt gewesen, führte das Innenministerium aus. Auf Videoaufnahmen war zu sehen, wie Rettungskräfte auf Jetskis durch einen überschwemmten Autobahntunnel fuhren. In Redován wateten Einwohner durch kniehohes Wasser.

Der Flughafen der südspanischen Stadt Murcia blieb am Freitag geschlossen. 22 Flüge nach Palma de Mallorca wurden umgeleitet, wie die Flughafenbetreibergesellschaft Aena mitteilte. Der Regionalflughafen von Almería war mehrere Stunden lang geschlossen. Zwei Flüge mussten gestrichen und zwei weitere umgeleitet werden. Auch einige Zugverbindungen fielen aus. Zahlreiche Schulen wurden geschlossen, allein in der Region Valencia waren rund 700.000 Schüler betroffen.