Eine eher unscheinbare Tür hat bei dem antisemitischen Anschlag eines Rechtsextremisten in Halle wohl Dutzenden Menschen das Leben gerettet. Die jüdische Gemeinde will die Holztür erhalten, aber nicht an derselben Stelle wie bisher. Es gebe verschiedene Ideen, wo die Tür künftig sein soll, sagte der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Max Privorozki. "Möglicherweise werden wir sie außerhalb der Synagoge in den Hof stellen, damit man, wenn man in die Synagoge kommt, sieht, wie uns diese Tür gerettet hat."

Möglich sei aber auch, dass die Tür in der Stadt stehen werde. "Wir haben das noch nicht entschieden", sagte Privorozki. Dies werde voraussichtlich im Dezember auf der ordentlichen Repräsentantenversammlung der Gemeinde geschehen. "Die Tür wird nicht weggeschmissen", sagte der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde.

Wegen des Anschlags treffen sich die Innenminister der Länder am Freitag in Berlin. Die Ressortchefs wollen gemeinsam mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) über das weitere Vorgehen beraten, teilte das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein mit. Weitere Details zu dem Treffen wurden nicht bekannt.

Am 9. Oktober hatte ein schwer bewaffneter Mann in Halle versucht, in die mit mehr als 50 Gläubigen besetzte Synagoge zu gelangen. Als das scheiterte, erschoss er eine 40 Jahre alte Frau und kurz darauf einen 20 Jahre alten Mann in einem nahegelegenen Dönerladen. Auf seiner Flucht verletzte der Schütze auch ein Ehepaar schwer. Ein 27-jähriger Deutscher hat die Tat und seine antisemitischen und rechtsextremen Motive gestanden. Er sitzt in Untersuchungshaft.