Am Wahlkreisbüro des Berliner CDU-Bundestagsabgeordneten Klaus-Dieter Gröhler haben Gewalttäter nach Angaben der Polizei alle fünf Schaufensterscheiben eingeschlagen. Wie von Gröhler verbreitete Fotos zeigen, zerstörten die Täter die doppelt verglasten Scheiben mit jeweils mehreren Einschlägen. Glassplitter verteilten sich auf der hinter den Schaufenstern befindlichen Auslage und im Raum. Nun ermittelt der für extremistische Taten zuständige Staatsschutz der Kriminalpolizei.

Der Abgeordnete nutzt ein Café als Wahlkreisbüro. In den gastronomisch ausgestatteten Raum lädt er auch zu Veranstaltungen ein. Gröhler vermutet einen politischen Hintergrund der Tat. Es sei kein Zufall, dass die Scheiben wenige Stunden nach einer dortigen Veranstaltung mit dem Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung, Felix Klein, beschädigt worden seien, sagte er. Nach Aussagen von Nachbarn seien mehrere Täter gesehen worden.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Bundestagsfraktion, Michael Grosse-Brömer (CDU), sagte: "Angriffe auf Abgeordnete und ihre Wahlkreisbüros sind zugleich Angriffe auf die parlamentarische Demokratie. (...) Wir lassen uns von solchen niederträchtigen Attacken weder beeindrucken noch einschüchtern."

Angriffe auf Büros und das Eigentum, auf Leib und Leben von Politikern gibt es immer wieder. Im ostsächsischen Zittau zündeten bislang Unbekannte in diesem Sommer einen Sprengsatz vor dem Fenster der Wohnung einer Politikerin der Linken, der die Scheiben durchschlug. Angegriffen wurden auch Büros und Fahrzeuge der AfD: So ging am vergangenen Wochenende im thüringischen Reinsdorf bei Artern ein Wahlkampffahrzeug der Partei in Flammen auf, die Polizei schließt ein politisches Motiv nicht aus. Politiker sind auch Morddrohungen ausgesetzt wie der Thüringer Spitzenkandidat Mike Mohring.

Gröhler sagte, er wolle sich nicht einschüchtern lassen. Für Ende November lädt er den CDU-Bundestagsabgeordneten Michael Brand ein. Das Thema des Abends ist demnach der Mord am CDU-Politiker Walter Lübcke vom Juni.