Die Polizei in London hat seit Montag mehr als 1.000 Klimaaktivisten festgenommen. Etwa 50 Anhänger der Umweltschutzgruppe Extinction Rebellion setzte Scotland Yard an einem Flughafen in der britischen Hauptstadt fest. Dort hatten Aktivisten versucht, den Betrieb zu stören. Sie kletterten auf das Dach eines Gebäudes.

Einem Mann mit einem Flugticket war es gelungen, beim Boarding auf das Dach einer Maschine zu klettern. Britischen Medien zufolge handelt es sich um einen früheren paralympischen Radsportler.  

In Paris blockierten Dutzende Aktivisten die Durchgangsstraße Rue de Rivoli, die vom Concorde-Platz über den Louvre bis zum Rathaus führt. Sie hatten in der französischen Hauptstadt bereits in den vergangenen beiden Tagen den Verkehr in der Nähe der Seine-Insel Île de la Cité behindert, auf der die Kathedrale Notre-Dame steht.  

In Amsterdam war am Montag eine wichtige Durchgangsstraße stundenlang blockiert worden. Die Polizei hatte die Aktion dann abgebrochen – etwa 90 Personen waren vorläufig festgenommen worden.

Am New Yorker Times Square war vorübergehend der Verkehr blockiert. Aktivisten brachten ein grünes Boot auf einem Anhänger auf den Platz. "Act Now" (handelt jetzt) stand darauf. Die Protestierenden setzten sich hin und widersetzten sich zunächst der Anordnung der Polizei, den Verkehrsknotenpunkt zu verlassen. Die Polizei nahm Dutzende Personen fest, entfernte das Boot nach einiger Zeit und der Verkehr begann wieder zu fließen.

In Berlin hatten Anhänger der Klimabewegung unter anderem mehrere Verkehrsknotenpunkte und Brücken blockiert, darunter die Marschallbrücke in der Nähe des Bundeskanzleramts und die Jannowitzbrücke. Die Proteste verliefen friedlich und gewaltlos, die Polizei sprach Platzverweise aus.

Seit Montag gehen die Aktivisten des Bündnisses in mehreren Ländern auf die Straßen, die Proteste sollen rund zwei Wochen dauern und insgesamt etwa 60 Städte betreffen. Die Bewegung hat ihre Wurzeln auch in Großbritannien, wo ihr Mitgründer Roger Hallam auch schon vorübergehend festgenommen wurde