Die Berliner Polizei hat vorerst die Räumung der Straßenblockade an der Berliner Siegessäule beendet.  "Es werden momentan keine Leute weggetragen", zitiert der Tagesspiegel eine Polizeisprecherin. Einige Klimaaktivistinnen und Aktivisten der Bewegung Extinction Rebellion (Rebellion gegen das Aussterben) werden wohl über Nacht die Blockade der Straßenkreuzung Großer Stern weiter fortsetzen.

Die Berliner Polizei hatte tagsüber versucht, den Verkehr an der letzten großen von Klimaschützerinnen und -schützern besetzten Straßenkreuzung nach und nach zu normalisieren. Die Beamtinnen und Beamten begannen, den Großen Stern im Berliner Tiergarten wieder freizumachen. Sie trugen Demonstrierende weg, die trotz strömenden Regens dort ausgeharrt hatten und räumte Aufbauten und Unrat weg.  

Auf dem Potsdamer Platz rollte der Verkehr seit dem Vormittag wieder, nachdem die Polizei auch dort die Blockaden geräumt und angekettete Demonstrierenden losgemacht hatte. An beiden Orten hatten am Montag jeweils mehr als 1.000 Menschen für Klimaschutz demonstriert, indem sie die Kreuzungen lahmlegten und in Redebeiträgen größere Anstrengungen zum Schutz des Klimas forderten.  

Weitere Blockaden am Kurfürstendamm und Marschallbrücke geplant

Die Aktivistinnen und Aktivisten von Extinction Rebellion versuchen, mit weiteren Aktionen auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. So demonstrierte eine Gruppe in der Bundeszentrale der CDU. Wie ein Video der Akteure auf Twitter zeigt, schwenkten sie im Vorraum des Foyers Schilder, tanzten und sangen zu Trommelrhythmen nach der Melodie von Die Affen rasen durch den Wald: "Wo ist der Klimaschutz, wer hat den Klimaschutz bezahlt?"

Wie eine Sprecherin der Partei sagte, bestand die Gruppe aus etwa zehn bis 20 Aktivisten. Die Aktion sei friedlich verlaufen und nach etwa fünf Minuten beendet worden.

Am Mittwoch will die Klimagruppe die Blockade an zwei weiteren Orten in Berlin fortführen. Die Aktivistinnen und Aktivisten wollen ab Mittag zunächst die Marschallbrücke besetzen und dann ab 16 Uhr auch den Kurfürstendamm blockieren. Zudem soll es vor dem Kanzleramt ab 8.30 Uhr einen Protest geben.

Zahlreiche Festnahmen bei Protesten in London

Die Bewegung Extinction Rebellion hat sich zum Ziel gesetzt, mit kreativen, spontanen und gewaltlosen Blockadeaktionen auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam zu machen. In einer internationalen Protestwoche demonstrieren die Klimaaktivistinnen und -aktivisten weltweit in verschiedenen Städten, unter anderem in Paris, Madrid und Santiago. In London, wo die Bewegung ihren Ursprung hat, nehmen nach Angaben britischer Medien rund 30.000 Demonstrierende an den Protesten teil. Die britische Polizei hatte bis Dienstagnachmittag 500 Aktivistinnen und Aktivisten festgenommen. Auch in anderen Orten wie Amsterdam und Sydney kam es zu Festnahmen.