In New York darf ab Oktober 2022 keine Stopfleber aus Gänsen oder Enten mehr verkauft werden. Für das Verbot der kulinarischen Spezialität stimmte der Stadtrat der Millionenmetropole. Verstöße sollen mit Strafen in Höhe von bis zu 2.000 Dollar geahndet werden. Bürgermeister Bill de Blasio soll den Gesetzentwurf nun unterzeichnen.

Die Verwaltungsspitze der US-Metropole schloss sich damit der Argumentation von Tierschutzaktivisten an. Diese hatten ein solches Verbot schon länger gefordert, weil die Enten und Gänse bei der Herstellung der traditionellen französischen Delikatesse ihrer Ansicht nach gequält werden.

"Ein kräftiger Tritt in den Hintern"

Tatsächlich werden die dafür vorgesehenen Tiere vor ihrer Schlachtung durch einen Schlauch in ihren Magen über mehrere Wochen mit Getreide zwangsgefüttert. Ihre Leber ist dann völlig verfettet und schwillt auf ein Vielfaches an.

Landwirte weisen die Vorwürfe der Tierschützer als überzogen zurück. Die New Yorker Gastronomieszene kündigte derweil juristische Schritte an. "Wir werden ihnen vor Gericht einen kräftigen Tritt in den Hintern geben", sagte die Gründerin von Hudson Valley Foie Gras, Izzy Yanay.

Zusammen mit der nahe gelegenen La Belle Farm ist Hudson Valley Foie Gras der führende US-Produzent von Stopfleber. Jedes Jahr züchten beide Unternehmen etwa 350.000 Vögel heran. Für sie geht es um die Existenz – und um die ihrer Angestellten, Hunderte mehrheitlich eingewanderte Arbeiter. "Ich habe 400 Leute, die seit 30 Jahren für mich arbeiten", so Yanay. "Auf diese Menschen kommt eine Tragödie zu."

15 Jahre dauerte der Foie-gras-Streit in Kalifornien

Die Behörden in New York sind dabei nicht die ersten, die den Verkauf von Stopfleber verbieten. Der US-Bundesstaat Kalifornien hatte bereits 2004 ein solches verfügt, musste das Verbot nach der Klage einer Restaurantkette und eines Herstellers wieder rückgängig machen. Im vergangenen Januar dann bestätigte das oberste Gericht der USA die Verfügung und beendete damit den 15-jährigen Rechtsstreit.