Nach einem Zwischenfall mit einem Lastwagen im hessischen Limburg sind die Hintergründe nach Angaben der Staatsanwaltschaft nach wie vor unklar. Es sei noch zu früh für Wasserstandsmeldungen zur Motivlage, sagte Alexander Badle von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt der Nachrichtenagentur dpa. Die Ermittlungsbehörden teilten aber mit, es seien zwei Wohnungen durchsucht worden, eine im Kreis Offenbach und eine im Kreis Limburg-Weilburg. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittele in dem Fall – und zwar in alle Richtungen. Weitere Informationen würden voraussichtlich im Verlauf des Tages bekanntgegeben.

Das ZDF und die Bild-Zeitung hatten mit Verweis auf Sicherheitsbehörden berichtet, dass die Tat als Terrorakt eingestuft worden sei. Weder Staatsanwaltschaft noch Landeskriminalamt wollten sich zu dieser Darstellung äußern. Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt widersprach zudem der ZDF-Darstellung, wonach die oberste Anklagebehörde des Landes den Fall bereits an sich gezogen habe. "Wir unterstützen die Ermittlungen und haben die Pressearbeit übernommen", hieß es.

Seehofer verweist auf Ermittlungen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sagte zu möglichen Hinweisen auf einen Terroranschlag: "Da wird ermittelt und ich kann Ihnen zur Stunde noch nicht sagen, wie diese Tat zu qualifizieren ist."

Die Bundesanwaltschaft teilte mit, dass sie sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zuständig sehe. Man habe das Geschehen aber im Blick und stehe in engem Kontakt mit den hessischen Strafverfolgungsbehörden, sagte ein Sprecher. Die Bundesanwaltschaft ist für Ermittlungen bei Terrorverdacht zuständig.

In der Limburger Innenstadt war am Montagmittag ein Mann mit einem gestohlenen Lkw auf acht Autos aufgefahren und hatte sie ineinander geschoben. Dabei wurden laut Polizei neun Menschen leicht verletzt, darunter auch der Fahrer des Lastwagens. Die Behörden warnten wiederholt vor Spekulationen über den Hintergrund des Vorfalls. Drei Bundespolizisten im ersten Dienstjahr hatten den Mann festgenommen. Die Polizeimeisteranwärter hielten sich zum Zeitpunkt des Zwischenfalls in ihrer Freizeit in der Nähe des Tatorts auf. Sie trugen daher keine Uniform.