Die Schauspielerin Rose McGowan hat den ehemaligen Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein verklagt und die entsprechenden Dokumente bei einem Gericht in Los Angeles eingereicht. Dies berichte das Branchenblatt Variety. Demnach bezichtigt sie Weinstein und seine Vertreter des "teuflischen und illegalen" Versuches, die Opfer sexueller Gewalt zum Schweigen zu bringen. Auch sie selbst soll er angesichts der von ihr erhobenen Vergewaltigungsvorwürfe bedrängt haben.

"Weinsteins Kampagne gegen McGowan und andere umfasste einige der mächtigsten Kräfte, die man für Geld kaufen kann", heißt es in der Klageschrift. Sie richtet sich nicht nur gegen Weinstein direkt, sondern auch gegen seine früheren Anwälte David Boies und Lisa Bloom sowie gegen die internationale Spionageagentur Black Cube, die der 67-Jährige einst angeheuert hatte. Ihnen wird unter anderem die Verletzung der Privatsphäre, Betrug und emotionale Bedrängnis vorgeworfen.

Weinstein wies die Anschuldigungen durch seine Anwältin zurück. Auch der Anwalt von Lisa Bloom bestritt die Vorwürfe.

McGowan war eine der ersten Frauen, die Vorwürfe über sexuelle Übergriffe von Weinstein publik gemacht und so zur globalen #MeToo-Bewegung beigetragen hatte. Nach eigenen Angaben wurde die Schauspielerin – bekannt aus der TV-Serie Charmed – 1997 von dem Produzenten vergewaltigt. Als Weinstein 2016 herausgefunden habe, dass sie in ihrem geplanten Buch über die Vergewaltigung schreiben wolle, habe er alle Hebel in Bewegung gesetzt, um eine Veröffentlichung des Falls zu unterbinden oder McGowan als unglaubwürdig darzustellen, heißt es in der Klage. Die 46-Jährige fordert vor Gericht eine Entschädigung in nicht genannter Höhe.

Inzwischen wird Weinstein von mehr als 80 Frauen sexuelle Belästigung oder Vergewaltigung vorgeworfen. Darunter sind auch prominente Schauspielerinnen wie Angelina Jolie, Gwyneth Paltrow, Ashley Judd oder Salma Hayek. Die Anschuldigungen führten zur weltweiten #MeToo-Kampagne gegen sexuelle Übergriffe und Gewalt gegen Frauen.

2018 wurde der Filmproduzent in New York wegen krimineller sexueller Handlungen angeklagt. Der Prozess soll im kommenden Januar beginnen. Dabei geht es um zwei Frauen, die Weinstein eine Vergewaltigung im Jahr 2013 und erzwungenen Oralverkehr im Jahr 2006 zur Last legen. Weinstein beteuert, jegliche sexuelle Handlungen seien einvernehmlich erfolgt.