Die Stadt New York will bis 2026 die Gefängnisinsel Rikers Island schließen. Der Stadtrat bewilligte einen Plan, der vorsieht, den riesigen Gefängniskomplex durch kleinere Haftanstalten zu ersetzen. Wegen der überalterten Infrastruktur und häufiger Gewalt fordern Menschenrechtlerinnen und Kriminalwissenschaftler seit Jahren die Schließung des Gefängnisses, in dem bereits prominente Häftlinge wie der Rapper Tupac Shakur und der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn einsaßen.

Der Stadtrat von New York stimmte dem 8,7 Milliarden Dollar (7,8 Milliarden Euro) teuren Plan von Bürgermeister Bill de Blasio zu. "Das Zeitalter der Masseninhaftierung ist vorbei", sagte de Blasio im Anschluss vor Journalisten.

Auf Rikers Island, einer Insel zwischen Queens und der Bronx, befindet sich der Komplex mit zehn separaten Anstalten für Männer, Frauen und Minderjährige. In den Neunzigerjahren waren bis zu 20.000 Menschen auf der Gefängnisinsel untergebracht, derzeit sind es noch etwa 8.000. Der Komplex ist seit Langem für seine Brutalität bekannt. In den 1980er- und frühen 1990er-Jahren gab es jedes Jahr Hunderte von Messerstechereien.

Gefängnisse in den Stadtteilen

Anstelle von Rikers Island sollen vier neue Gefängnisse in den Stadtteilen Manhattan, Brooklyn, Queens und der Bronx entstehen. Die Stadtregierung verspricht bessere Haftbedingungen, zudem sollen die Gefängnisse sicherer und leichter erreichbar für die Angehörigen der Gefangenen sein. Dies soll die Resozialisierung nach ihrer Freilassung erleichtern. In den neuen Gefängnissen sollen außerdem insgesamt nur noch etwa 3.300 Gefangene aufgenommen werden.    

Das bedeutet, dass die Zahl der Gefangenen mehr als halbiert werden muss. Zwar sank auch die Zahl von Verbrechen seit den frühen Neunzigerjahren, 2018 habe es laut de Blasio 289 Morde gegeben, im Jahr 1990 wurden noch 2.262 Morde verzeichnet. Jedoch fürchten Opposition und die Vereinigung der Gefängniswärter laut New York Times, dass ab 2026 auch potenziell gefährliche Täter freikommen könnten. Andere Gegner des Plans forderten, das bewilligte Geld lieber für die Bekämpfung von Kriminalitätsursachen einzusetzen.