Die Adoption von Stiefkindern soll künftig auch für unverheiratete Paare möglich sein. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, den das Bundeskabinett auf den Weg gebracht hat. Bislang dürfen nur diejenigen Stiefkinder adoptieren, die mit deren Vater oder Mutter verheiratet sind. Das Bundesverfassungsgericht hatte diese Regelung jedoch im Frühjahr für verfassungswidrig erklärt. Nach dem Kabinettsbeschluss soll eine Adoption deshalb auch ohne Trauschein möglich sein, wenn das Paar seit mindestens vier Jahren eheähnlich zusammenlebt oder ein gemeinsames Kind im selben Haushalt hat.

Der Bundestag muss dieser Neuregelung noch zustimmen. Die Erste Lesung des Gesetzentwurfs ist für Mitte Januar geplant.

Die Reform regelt auch weitere Aspekte der Adoption neu. So sollen beispielsweise Auslandsadoptionen, die nicht durch eine Vermittlungsstelle begleitet werden, künftig nicht mehr erlaubt sein.

Nach Angaben des Familienministeriums gab es im vergangenen Jahr 2.018 Adoptionen. Seit 1991 wurden danach rund 150.000 Kinder und Jugendliche in Adoptivfamilien aufgenommen. In den meisten Fällen war laut Ministerium eine Adoptionsvermittlungsstelle beteiligt.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sagte, es gehe bei dem Gesetz um einen selbstverständlicheren Umgang mit der Adoption und um den Austausch und Kontakt mit der Herkunftsfamilie. Wenn beides sensibel begleitet werde, sei mehr Offenheit bei einer Adoption möglich.