Mehrere Tausend Menschen sind in der italienischen Stadt Reggio Emilia gegen den Lega-Chef Matteo Salvini auf die Straße gegangen. Zu den sogenannten Sardinen-Protesten kamen nach Angaben der Polizei 6.000 Demonstrierende zusammen. Auch in der Stadt Perugia in Umbrien demonstrierten mehr als 1.000 Menschen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Viele Menschen trugen Zeichnungen oder selbst gebastelte Figuren von Sardinen bei sich.

Die Sardinen sind am 14. November als Flashmob entstanden. Mehrere junge Leute in Bologna, der Hauptstadt der Region Emilia-Romagna, wollten beweisen, dass sie mehr Menschen mobilisieren können als Oppositionsführer Salvini, der an dem Tag eine Kundgebung in ihrer Stadt abhielt. Ziel des Protestes war es, den Hauptplatz von Bologna eng gedrängt "wie Sardinen" zu füllen, was auch gelang – daher der Name der Bewegung, den sie auch beim europäischen Parlament registrieren ließ.

Unterstützung aus Übersee von den "atlantischen Sardinen"

In der Emilia-Romagna finden am 26. November Regionalwahlen statt. Mit Lega-Kandidatin Lucia Borgonzoni will Salvini die traditionelle Hochburg der Linken erobern. Das war ihm bereits Ende Oktober in Umbrien gelungen. Auf nationaler Ebene ist die Partei in Umfragen die mit Abstand stärkste. Sie gewann auch die Europawahl Ende Mai.

Die Sardinen verstehen sich als Bewegung gegen den Rechtspopulismus. Ihre Facebook-Seite hat bereits mehr als 120.000 Mitglieder. In zahlreichen italienischen Städten sind weitere Kundgebungen geplant, darunter am 14. Dezember in Rom. Auch in New York ist eine Aktion geplant – mit etwa 200 Teilnehmenden der "atlantischen Sardinen".