30 Jahre nach dem Mauerfall werden sich Familien in Ost und West immer ähnlicher. Ein Beispiel ist die Anzahl der Eheschließungen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Es sind nahezu gleich viele.   

Auch das Durchschnittsalter von Müttern bei der Geburt des ersten Kindes, das vor der Wende sehr unterschiedlich war, hat sich angeglichen: 1989, im Jahr des Mauerfalls, waren Frauen bei der Geburt in der DDR durchschnittlich 23 Jahre alt. 2018 lag ihr Alter bei 29 Jahren – und damit nur ein Jahr unter dem westdeutschen Schnitt.

Der Trend zu Alleinerziehenden ist inzwischen auch ein gesamtdeutscher. Etwa 3,6 Millionen Kinder lebten 2018 bundesweit mit nur einem Elternteil zusammen. Leicht vergrößert hat sich dabei der Anteil ostdeutscher alleinerziehender Väter: Waren es 1996 noch 12 Prozent, lag der Anteil im Jahr 2018 bei 15 Prozent – und damit genauso hoch wie im Westen. 

Unterschiede bestehen aber fort, wie die Statistikerinnen und Statistiker auf Basis der Zahlen von 2018 aufschlüsselten. Im Westen sind Eltern zum Beispiel häufiger verheiratet. Am gravierendsten ist der Unterschied bei der Kinderbetreuung: Jedes zweite Kind unter drei Jahren besucht im Osten eine Kita, im Westen nur jedes dritte.