Ein Jahr nach dem Beginn der Gelbwesten-Proteste in Frankreich haben sich erneut Tausende Menschen an den Protesten beteiligt. Die französische Tageszeitung Le Monde sprach von bis zu 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Paris. Vereinzelt kam es zu Zusammenstößen zwischen Demonstrierenden und der Polizei. Im Süden der Stadt gingen Fahrzeuge und Absperrungen in Flammen auf, Schaufenster wurden eingeschlagen und Barrikaden errichtet. Polizeipräsident Didier Lallement sprach von "systematischen Angriffen" auf Sicherheitskräfte und Feuerwehrleute. 

Wie Reporter der Nachrichtenagentur AP berichteten, ging die Polizei mit Tränengas und Wasserwerfern gegen Protestierende vor. Nach Polizeiangaben wurden bis zum Abend 113 Menschen festgenommen.

Im südfranzösischen Sorgues blockierten Demonstranten eine Autobahnabfahrt. Landesweit hatte die Bewegung für dieses Wochenende mehr als 200 Blockade-Aktionen an Kreisverkehren und auf Straßen angekündigt.

Am Wochenende des 17. November vor einem Jahr fanden die ersten großen landesweiten Proteste der Gelbwesten in Frankreich statt. Sie protestierten gegen soziale Ungerechtigkeit und die Politik von Präsident Emmanuel Macron. Vor allem in Paris kam es dabei immer wieder zu Ausschreitungen. In den vergangenen Monaten verlor die Bewegung deutlich an Zulauf.