Nach seiner Warnung vor einer rechtspopulistischen Unterwanderung der Feuerwehr ist der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands (DFV), Hartmut Ziebs, einem Bericht zufolge beleidigt und bedroht worden. Das berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Der Staatsschutz ermittele bereits wegen der Anfeindungen.

In E-Mails werde er seit Tagen beschimpft und verleumdet, sagte Ziebs dem Bericht zufolge. Unter anderem sei ihm geschrieben worden, er sei "vaterlandsverräterisches Gewürm" und gehöre "ohne Schutzausrüstung als erster Mann ins Feuer gejagt". Wie ein Sprecher der Polizei im nordrhein-westfälischen Hagen dem RND sagte, wertet der Staatsschutz die E-Mails aus.

Dem RND zufolge hat sich Ziebs in der Vergangenheit mehrfach dafür ausgesprochen, keine Nähe zur AfD zu dulden. Zuletzt sei er unter anderem wegen des Umgangs mit AfD-Sympathisanten als Feuerwehrverbandschef intern infrage gestellt worden. Fünf der sieben Vizepräsidenten hätten Ziebs zum Amtsverzicht aufgefordert, hieß es.

Ziebs hatte darauf hingewiesen, dass er sich keiner Fehler bewusst sei. "Vorwürfe zur Einstellung einer Frau mit türkischen Wurzeln als Bundesgeschäftsführerin, meine klare Haltung gegen rechtsnationale Tendenzen und Personalentscheidungen im Rahmen meiner Befugnisse sind absolut haltlos. Zurzeit ist für mich nicht erkennbar, warum ich zurücktreten sollte", sagte er dem Bericht von Mitte November zufolge.

Wegen der Anfeindungen äußerte er sich nun besorgt um seine Sicherheit und die seiner Familie. Er verspüre aber auch viel Rückhalt. "Es treibt mich eher an – jetzt werde ich erst recht dafür kämpfen, dass die Feuerwehr nicht von rechtsnationalen Kräften infiltriert wird", sagte er dem RND.