Irak - Erneut Tote bei Protesten im Irak Die irakische Polizei hat in mehreren Städten mit scharfer Munition auf Demonstranten geschossen. Seit Beginn der Proteste wurden mehr als 260 Menschen getötet. © Foto: Thaier Al-Sudani/​Reuters

Bei der seit Tagen andauernden Sitzblockade in der Hafenstadt Umm Kasr im Irak haben Sicherheitskräfte scharfe Munition und Tränengas gegen Demonstranten eingesetzt. Mindestens vier von ihnen kamen Augenzeugen zufolge am Dienstag ums Leben, etwa 100 weitere wurden demnach verletzt. Der Sender Al Jazeera berichtet von zwei Toten in Umm Kasr und einem Toten nördlich von Nasiriya. Der Betrieb des Hafens ist wegen der seit Donnerstag laufenden Blockade stark eingeschränkt. Die Aktion ist Teil der seit Anfang Oktober laufenden Proteste im Irak.

Die Regierung stellte das Internet nach Angaben der Organisation NetBlocks ab. Nur etwa 20 Prozent der Nutzer hätten Zugang, Millionen seien in Bagdad und anderen Landesteilen vom Internet abgeschnitten, teilte die Organisation mit. Im Zuge dieser "fast kompletten Abschaltung" seien auch soziale Netzwerke und Messengerdienste nicht mehr erreichbar. NetBlocks verfolgt den Zugang zum Internet weltweit.

In Bagdad waren bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften am Montag mindestens vier Menschen getötet und mehr als 50 verletzt worden. Polizei und Militär setzten Tränengas und scharfe Munition ein, als sich Demonstranten Regierungsgebäuden näherten. Die Protestierenden setzten Reifen in Brand.

Bereits am Sonntag waren drei Demonstranten in Kerbela getötet worden. Insgesamt wurden bei den Auseinandersetzungen im Irak bisher mehr als 260 Menschen getötet und mehr als 11.000 verletzt.