Die 213 Migranten auf dem Rettungsschiff Ocean Viking dürfen im sizilianischen Messina an Land. Das teilte das italienische Innenministerium mit. Demnach beantragten Italien, Deutschland, Frankreich und Malta gemeinsam bei der EU-Kommission eine Verteilung der Migranten nach dem Ende September auf einem Innenministertreffen vereinbarten Mechanismus.

Es sei das erste Mal, dass die sogenannte Malta-Methode zur Anwendung komme, hieß es aus dem Innenministerium. In der Erklärung war von einem "bedeutenden Schritt für eine wirklich solidarische Regelung des Einwanderung" die Rede.

In den vergangenen Tagen hatte die Ocean Viking, die gemeinsam von SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen betrieben wird, bei mehreren Bergungsaktionen insgesamt 215 Menschen aufgenommen. Zwei Personen mussten als medizinische Notfälle bereits am Freitag per Hubschrauber nach Malta ausgeflogen werden. Dabei handelte es sich um eine mit Zwillingen schwangere Frau und um einen Mann, der in Libyen durch Schüsse verwundet worden war.

Übergangslösung mit bislang zehn EU-Staaten

Die italienische Küstenwache hat ebenfalls 143 Menschen nach einem Schiffbruch gerettet. Nach Angaben der Küstenwache habe man ihr etwa zehn Meter langes Boot nach einem Hinweis eines Bürgers vor der Insel Lampedusa entdeckt. Kurz darauf sei das Boot gekentert - wahrscheinlich aufgrund der Wetterverhältnisse und rauer See. Mit vier Motorbooten habe die Küstenwache die Menschen retten und sie in den Hafen von Lampedusa bringen können. Auch ein Flugzeug sei im Einsatz gewesen. Tote seien bisher nicht entdeckt worden.

Die automatische Verteilung innerhalb der EU soll eine Übergangslösung sein, bis das sogenannte Dublin-Verfahren überarbeitet wird. Innenminister Horst Seehofer (CSU) nannte die Regelungen einen "temporären Notfallmechanismus". Neben den vier EU-Ländern, die an dem Treffen in Maltas Hauptstadt Valletta teilgenommen hatten, sagten auch Kroatien, Finnland, Irland, Litauen, Luxemburg und Portugal ihre Beteiligung zu.