Wenn Historikerinnen die Vergangenheit beschreiben, sind es meist die besonderen Ereignisse, auf die sie blicken. Mit Vorgängen, die herausstechen, erzählen sie den Alltag.

2019 hat es auf ZEIT ONLINE durchschnittlich jeden Tag eine Breaking News gegeben, also eine Nachricht, die das Programm unterbricht, die aus dem Alltag reißt. Insgesamt 361 waren es zum 31. Dezember. Fast alle unserer Eilmeldungen des vergangenen Jahres sehen Sie in unserer Liste. Einige haben wir aussortiert, weil sie etwa Hochrechnungen und Prognosen einer Wahl sind und das endgültige Ergebnis etwas später kam oder es zu einem Ereignis mehrere gab. Und selbstkritisch sei an dieser Stelle zugegeben: Nicht alle davon halten wir im Rückblick für so drängend.

2019 haben wir etwas weniger Eilmeldungen als im Vorjahr auf Smartphones und Computer unserer Leserinnen und Leser verschickt. Im Vorjahr waren es auch wegen Fußball-Weltmeisterschaft und Olympischen Spielen 412.

Das absolut bestimmende Thema in diesem Jahr war der Brexit. 44 Eilmeldungen hat es dazu gegeben, allein sechsmal ging es darum, dass das Unterhaus ausgearbeitete Pläne ablehnte. Dazu gab es nachrichtliches Dauerrauschen um US-Präsident Donald Trump mit insgesamt 29 Eilmeldungen.

Die meistgelesene Eilmeldung im abgelaufenen Jahr war die zum Ergebnis der Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg. Auch Ergebnisse aus Thüringen sowie die der Bürgermeisterwahl in Istanbul interessierten viele. Mit am häufigsten gelesen wurden zudem die Meldungen über die Ernennung der neuen Exzellenzuniversitäten, das Aussehen Schwarzer Löcher und einen Hackerangriff auf Politiker und Prominente.

Weniger interessierten Sie die Eilmeldungen über die Oscar-Gewinner sowie die neue Führung der Linken-Bundestagsfraktion, Amira Mohamed Ali. Eher schwer haben es Nachrichten aus den Bereichen Sport und Wirtschaft, wie etwa zu Zöllen, Bußgeldern für oder Pleiten von Unternehmen – oder zur Wahl des neuen Fifa-Chefs Gianni Infantino.

Meldungen über Todesfälle erregten teils sehr hohe, teils aber auch eher niedrige Aufmerksamkeit. Zu den meistgelesenen Eilmeldungen gehören die zu den Todesfällen von Karl Lagerfeld, Hannelore Elsner und Bruno Ganz.

Die Zahl der Aufrufe geht nicht immer einher mit dem Interesse der Leserinnen und Leser. Daher dürfen hieraus keine Rückschlüsse gezogen werden: die Eilmeldungen zu den diesjährigen Nobelpreisen absteigend nach Aufrufen: Frieden, Medizin, Physik, der Alternative, Literatur, Wirtschaft und schließlich Chemie.

Die Daueraufregerthemen Brexit und Donald Trump regten Sie nicht immer auf. Einige der Eilmeldungen zu den Themen gehören zu den am wenigsten gelesenen, etwa von der EU gewährte Aufschübe oder der Rückzug von Jeremy Corbyn. Dass John Bercow eine Entscheidung über den Brexit verschiebt, ist wiederum eine der am meisten gelesenen Eilmeldungen.