In der libanesischen Hauptstadt Beirut hat es Auseinandersetzungen zwischen regierungskritischen Demonstranten und Anhängern zweier schiitischer Organisationen gegeben. Libanesische Medien berichten, eine Gruppe von Anhängern der Hisbollah und der Amal-Bewegung hätten die Demonstranten im Zentrum der Hauptstadt angegriffen, die eine Straße blockiert hätten. Armee und Polizei trennten die Gruppen und setzten dabei Tränengas ein.

Eine Straße im Zentrum Beiruts war übersät mit Steinen und zerbrochenen Glasflaschen. Die Anhänger der beiden schiitischen Gruppen hätten schwarze Masken getragen und Steine auf die Demonstranten geworfen, berichteten Augenzeugen. Geparkte Autos und Fensterscheiben wurden demnach beschädigt. Das libanesische Rote Kreuz berichtete von mindestens sechs Verletzten. Bereits Ende Oktober hatten Anhänger der Hisbollah und der mit ihr verbündeten Amal-Bewegung Zelte von Demonstranten zerstört.

In Beirut gibt es seit mehr als einem Monat immer wieder Proteste gegen die politische Führung. Die Demonstranten beklagen vor allem Misswirtschaft und die grassierende Korruption. Die Regierung von Ministerpräsident Saad Hariri trat im Zuge der Kundgebungen zurück. Zu ihr gehörten auch die eng mit dem ebenfalls schiitischen Iran verbundene Hisbollah und die Amal-Bewegung.

Die Macht in dem kleinen Land am Mittelmeer ist nach einem Proporzsystem unter den unterschiedlichen religiösen Gruppen aufgeteilt. Die Hisbollah gilt dabei als einflussreichste Kraft. Sie verfügt auch über eine eigene Miliz, die bestimmte Stadtteile in Beirut, aber auch Gebiete in anderen Teilen des Landes kontrolliert. Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hatte die Demonstrierenden davor gewarnt, Chaos im Libanon zu erzeugen.