In Frankreich ist ein Streit über den Wiederaufbau der zerstörten Kathedrale Notre-Dame entstanden. Chefarchitekt Philippe Villeneuve befürwortet eine historische Rekonstruktion des Spitzturms, Präsident Emmanuel Macron hingegen will einen "kreativen Wiederaufbau" in moderner Form. Im Gespräch ist etwa ein gläserner Turm. 

Die Frage des Spitzturms stelle sich erst Anfang 2021, sagte General Jean-Louis Georgelin, der von Macron mit dem Wiederaufbau beauftragt worden ist, bei einer Anhörung vor einem Parlamentsausschuss. "Wir werden dann die beste Wahl für Notre-Dame, für Paris und die Welt treffen." Architekt Villeneuve habe er bereits mehrmals erklärt, "dass er die Klappe halten sollte und dass wir weise vorankommen sollten". Kulturminister Franck Riester bezeichnete Georgelins Äußerungen als "nicht akzeptabel".

Am 15. April war in der Pariser Kathedrale ein Feuer ausgebrochen. Der Brand brachte den mittleren Kirchturm zum Einsturz und zerstörte Teile des Dachstuhls. Die Struktur, die Fassade und die beiden Haupttürme des historischen Gebäudes konnten gerettet werden.

Derzeit sind noch die Arbeiten zur Absicherung der Kathedrale im Gang. Ein internationaler Architekturwettbewerb wurde ausgeschrieben. Der eigentliche Wiederaufbau soll 2021 beginnen. Macron hat eine Wiedereröffnung der gotischen Kirche bis 2024 versprochen.