Gut eineinhalb Jahre nach dem Anschlag auf den russischen Ex-Doppelspion Sergej Skripal und seine Tochter Julia Skripal in Salisbury hat die Anti-Chemiewaffen-Organisation OPCW das Nervengift Nowitschok verboten. Das bestätigte ein Sprecher der Organisation. Dabei nannte er den Namen der Substanz nicht explizit, sprach aber von der giftigen Chemikalie, die von britischen Behörden als der in der Sowjetunion entwickelte Kampfstoff Nowitschok identifiziert worden war. OPCW-Experten hatten die britischen Angaben damals bestätigt.

Die Liste der verbotenen Substanzen der Chemiewaffenkonvention werde ergänzt, teilte der OPCW-Sprecher mit. Die Konvention von 1997 verbietet das Entwickeln, Herstellen, Lagern, Benutzen und Weiterverbreiten von Chemiewaffen. Vertreter der 193 Vertragsstaaten der Konvention hatten am Mittwoch über die Ergänzung der Verbotsliste entschieden.

Skripal und seine Tochter Julia hatten die Attacke im März 2018 nur knapp überlebt. Unklar ist, ob sie unter Spätschäden leiden. Eine unbeteiligte Frau starb, als sie mit dem Gift in Kontakt kam. Als Verdächtige gelten zwei Agenten des russischen Militärgeheimdienstes GRU, außerdem soll es Hinweise auf einen dritten Verdächtigen geben. Aus dem Attentat entwickelte sich eine schwere diplomatische Krise.