Im vergangenen Jahr sind etwa 32.800 Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter bei den Behörden gemeldet gewesen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Es bezog sich dabei auf gültige Anmeldungen nach dem sogenannten Prostituiertenschutzgesetz. Da die zugehörigen Verwaltungsstrukturen noch im Aufbau sind, ist die Aussagekraft der Daten laut Bundesamt aber noch beschränkt.

76 Prozent der gemeldeten Sexarbeiterinnen waren demnach im Alter zwischen 21 und 44 Jahren. Fast ein Fünftel waren älter als 45. Sechs Prozent von ihnen war zwischen 18 und 20 Jahren alt.

Mit 19 Prozent hatte rund ein Fünftel die deutsche Staatsbürgerschaft. Am häufigsten kamen Sexarbeiterinnen aus Rumänien. Sie machten insgesamt etwa ein Drittel aus. Weitere zehn Prozent kamen aus Bulgarien.

Das Gesetz verlangt unter anderem, dass alle Personen, die Sex anbieten, sich registrieren lassen und regelmäßig zu einer gesundheitlichen Beratung erscheinen müssen. Dabei müssen sie einen Ausweis mit Foto mitführen, der sie als Sexarbeiterin oder Sexarbeiter kenntlich macht. Diese Praxis wird auch kritisiert: "Ein Prostituiertenausweis diskriminiert und stigmatisiert die Menschen", sagte Julia Buntenbach-Henke, Leiterin der Fachberatungsstelle Prostitution der Diakonie Hamburg, im Gespräch mit der ZEIT.