Hongkong - Student stirbt nach Sturz bei Protesten Ein Student der Hongkong University war am Montag während regierungskritischer Proteste aus dem dritten Stock eines Parkhauses gestürzt. Die genauen Umstände sind unklar. © Foto: Tyrone Siu/​Reuters

Am Rande der regierungskritischen Proteste in Hongkong ist ein Student nach einem Sturz von einem Parkhaus gestorben. Dies teilte die Leitung des Queen-Elizabeth-Krankenhaus mit. Der 22-jährige Chow Tsz-lok war am frühen Montagmorgen bewusstlos eingeliefert worden, nachdem er mit schweren Kopfverletzung in einem mehrstöckigen Parkhaus aufgefunden wurde. Die Umstände des Sturzes sind unklar. Bei dem Parkhaus kam es am Montag zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrierenden.

Lokale Medien berichten, der Student der Hongkonger Universität sei von der dritten in die zweite Etage gestürzt. Die Polizei geht davon aus, dass Chow gesprungen ist.       

Fernsehbilder zeigen, wie die Bereitschaftspolizei Minuten vor dem Sturz Tränengas im Parkhaus einsetzten, nachdem Demonstrierende von oben Objekte auf Beamte auf der Straße herabgeworfen hatten. Die Polizei schließt nicht aus, dass der junge Mann vor dem Tränengas floh. Demnach war der Unfallort nur 120 Meter von den Auseinandersetzungen entfernt. Die Beamten sagten jedoch, sie hätten aus der Entfernung geschossen. Sie bestritten Anschuldigungen, wonach Beamte das Opfer geschubst und Rettungskräfte erst verspätet gerufen hätten. Viele machen die Polizei für den Sturz verantwortlich.

Chow hatte sich der Demokratiebwegung in Hongkong angeschlossen. Sein Tod dürfte die Spannungen in der chinesischen Sonderverwaltungszone weiter verstärken. Mitglieder der Protestbewegung reagierten wütend und bestürzt auf das Unglück. Vor allem junge Demonstrantinnen und Demonstranten werfen den Sicherheitsbeamten vor, mit Gewalt gegen die seit Juni andauernden Protesten vorzugehen.

Seit fünf Monaten demonstrieren die Menschen in Hongkong gegen die eigene Regierung. Die Demonstrationen hatten sich anfänglich gegen ein geplantes Gesetz gerichtet, das Auslieferungen von Verdächtigen an Festland-China ermöglichen sollte. Mittlerweile richten sie sich generell gegen die chinatreue Führung in Hongkong und die Beschneidung demokratischer Freiheiten. Dabei kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrierenden.