Zwei Rettungsschiffe haben auf dem Mittelmeer insgesamt 144 Migrantinnen und Migranten aufgenommen. Die Alan Kurdi rettete am Donnerstag 84 Menschen von zwei Schlauchbooten, wie die deutsche Organisation Sea-Eye auf Twitter mitteilte. Vier Erwachsene, zwei Neugeborene und ein Kleinkind seien am Freitagmorgen von Bord geholt und zur ärztlichen Versorgung ins italienische Lampedusa gebracht worden.

Das Rettungsschiff Ocean Viking nahm in der Nacht zum Freitag 60 Menschen an Bord, wie die Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen auf Twitter mitteilten. Sie seien etwa 111 Kilometer vor der libyschen Küste von einem überfüllten Holzboot gerettet worden. Unter ihnen befanden sich demnach auch ein drei Monate alter Säugling und sein dreijähriger Bruder.

Vergangene Woche hatte die Ocean Viking insgesamt 215 Migrantinnen und Migranten gerettet. Eine mit Zwillingen schwangere Frau und ein Mann wurden mit einem Hubschrauber vom Schiff geholt, bevor dieses am Wochenende in den Hafen der italienischen Stadt Messina einlief.

Für die nun Geretteten müssen sich aufnahmewillige EU-Länder finden. Die Aufnahme und Verteilung von im Mittelmeer geretteten Migranten sorgt in Europa schon seit Längerem für Streit. Ende September einigten sich die Innenminister von Deutschland, Frankreich, Italien und Malta auf einen vorläufigen Verteilungsmechanismus.

Demnach sollen aus Seenot gerettete Geflüchtete künftig innerhalb von vier Wochen auf die teilnehmenden EU-Staaten verteilt werden. Dies soll eine Übergangslösung sein, bis das derzeitige Asylsystem der EU, das sogenannte Dublin-Verfahren, überarbeitet werden kann. Zudem strebte der deutsche Innenminister Horst Seehofer (CSU) einen Verhaltenskodex für Seenotrettungsschiffe an, die unter deutscher Flagge fahren.