Buschfeuer - Kein Ende in Sicht Die Buschfeuer in Australien breiten sich weiter aus. Während Sydneys Bewohnerinnen und Bewohner über Atemnot klagen, kämpfen Tausende Feuerwehrleute gegen die Flammen. © Foto: AAP Image/​Neil Bennett/​Reuters

Die Waldbrände in Australien wirken sich insbesondere auf Sydney, die größte Stadt des Landes, aus. Am Donnerstag war sie in dichte Rauchwolken gehüllt. Die Gesundheitsbehörde wies Kinder an, möglichst in geschlossenen Räumen zu bleiben. Wegen der großen Trockenheit sollen die Stadtbewohner Wasser sparen. Die Wasserversorgung ist dort zu 85 Prozent von Regenwasser abhängig. Doch dem Wetterbericht zufolge bleibt es weiterhin trocken.

Eine Entspannung ist auch in anderen Regionen nicht in Sicht, ein Rückgang der Brandherde ist nicht zu erwarten. Angesichts von Temperaturen von teils mehr als 40 Grad und starken Winden warnen die Behörden im Osten und Süden des Landes sogar vor neuen Bränden.

In Australien haben Hunderte Buschfeuer in den vergangenen Wochen weite Landstriche erfasst und verwüstet. Mindestens sechs Menschen starben bisher in den Flammen. Etwa 600 Häuser wurden zerstört. Allein im Bundesstaat New South Wales, zu dem Sydney gehört, lodern mehr als 50 Brände. Die Feuerwehr war mit mehr als 1.000 Menschen im Einsatz. Inzwischen reichen die Flammen bis auf 100 Kilometer an Sydney heran. Dort klagen viele Bewohner über schlechte Luft und Atemnot.

Weil die Wasservorräte in den Speicherbecken einen kritischen Punkt erreicht haben, darf bei Autowäsche und Gartenpflege bald kein Wasser aus Schläuchen mehr verwendet werden, sondern nur noch aus Eimern. Wer dagegen verstößt, riskiert eine hohe Geldstrafe.

Flammen färben Himmel rot und orange

Im Nachbarstaat Victoria färbte sich der Himmel mancherorts durch die Flammen rot und orange. Im Bundesstaat Queensland waren 67 Feuer außer Kontrolle, auf einer Länge von 100 Kilometern. In der Nähe von Adelaide im Süden mussten Bewohner auf Weisung der Behörden ihre bedrohten Häuser verlassen. Tausende Haushalte waren ohne Strom.

Auf der Südhälfte der Erdkugel beginnt gerade der Sommer. Normalerweise beginnt die Zeit der Buschbrände in Australien erst im Dezember. In diesem Jahr erreichten jedoch die Temperaturen schon im australischen Frühling Rekordwerte zwischen 35 und 40 Grad Celsius. Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Klimawandel das Problem verstärkt. Durch die seit 18 Monaten währende Dürre sind weite Landstriche knochentrocken und zusätzlich brandanfällig.

Premierminister Scott Morrison sagte dem Sender ABC unterdessen, dass es keine wissenschaftlichen Beweise für einen Zusammenhang von Klimawandel und den Waldbränden gäbe. Die Experten des staatlichen Wetteramtes sehen den Klimawandel jedoch als Ursache für extreme Hitzewellen und schwere Naturkatastrophen wie Dürren.