Der Zyklon Bulbul ist in der Küstenregion von Bangladesch und Indien auf Land getroffen. Die indischen Behörden meldeten zwei Tote in Kolkata und im Bundesstaat Odisha. Der Wirbelsturm erreichte Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern pro Stunde und brachte heftige Regenfälle und schwere Verwüstungen. Entwurzelte Bäume blockierten zahlreiche Straßen, Flughäfen und Häfen wurden geschlossen.

Der Katastrophenschutz in Bangladesch teilte mit, bislang gebe es keine Berichte über Todesopfer. Örtliche Medienberichte, wonach zahlreiche Fischer vermisst werden, wies die Behörde zurück. Nach Behördenangaben waren zuvor mehr als zwei Millionen Menschen in etwa 5-500 Notunterkünfte gebracht worden.

Bei der Evakuierung halfen Regierungstruppen sowie etwa 55.000 Freiwillige, die Bevölkerung in Küstendörfern und auf Inseln vor der Gefahr des Zyklons zu warnen. Das Meteorologische Institut Bangladeschs hatte zuvor eine bis zu zwei Meter hohe Sturmflut prognostiziert und vor Überschwemmungen und heftigen Regenfällen gewarnt.

Auch im Osten Indiens waren nach Angaben der Behörden etwa 60.000 Menschen evakuiert worden. Auf der indischen Insel Mousuni hatten Menschen in Schulen sowie in Behördengebäuden Zuflucht gesucht, weil sie die vom Zyklon gefährdete Region nicht rechtzeitig verlassen konnten.

Intensität von Wirbelstürmen steigt

In der niedrig gelegenen Küstenregion von Bangladesch leben etwa 30 Millionen Menschen. In dem Gebiet treffen regelmäßig heftige Zyklone aufs Land, deren Intensität und Häufigkeit sich vermutlich infolge des Klimawandels verstärkt hat. Hunderttausende Menschen sind in der Region in den letzten Jahrzehnten bei Wirbelstürmen ums Leben gekommen. Allein 1991 starben nach einem Zyklon mehr als 100.000 Menschen. Die Zahl der Todesopfer ist dank schnellerer Evakuierungsmaßnahmen und Tausenden neuen Notunterkünften entlang der Küste zuletzt gesunken.

Im Küstenabschnitt zwischen Indien und Bangladesch befindet sich der größte Mangrovenwald der Welt. In dem Gebiet leben gefährdete Tierarten wie der bengalische Tiger.

Neben dem Zyklon Bulbul hat ein Sturm auf den Philippinen schwere Verwüstungen verursacht. Dabei starben vier Menschen, zwei von ihnen waren Kinder. Nach Angaben des Katastrophenschutzes hat der Taifun Nakri im Norden des Landes Überschwemmungen und Erdrutsche ausgelöst und mehr als 21.000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben. Der Sturm hatte seit Dienstag starken Wind und heftigen Regen vor allem in die Provinz Cagayan gebracht. Jedes Jahr treffen etwa 20 Taifune auf den südostasiatischen Inselstaat.