Wegen Diskriminierung eines Mietinteressenten muss ein Wohnungseigentümer 1.000 Euro Entschädigung an den aus Afrika stammenden Mann zahlen. Dies entschied das Amtsgericht Augsburg und verfügte zudem, dass der Vermieter nicht noch einmal ein Inserat mit einer Formulierung aufgeben dürfe, wonach er nur "an Deutsche" vermiete. Ansonsten droht dem Eigentümer ein hohes Ordnungsgeld.

Das Gericht gab damit der Klage des aus Burkina Faso stammenden Interessenten vollständig statt. Der Mietinteressent hatte in dem Prozess berichtet, dass bereits das erste Telefonat von dem Vermieter beendet wurde, als klar war, dass er einen Migrationshintergrund habe. Der Wohnungseigentümer, der nach eigenen Angaben mehr als 20 Wohnungen vermietet, räumte ein, dass er nur an deutsche Staatsangehörige vermieten wollte. "Diese offene Benachteiligung von Ausländern ist schlichtweg nicht hinnehmbar", sagte Richter Andreas Roth (Az: 20 C 2566/19).

Der 81-Jährige begründete dies damit, dass er in seinem Haus einmal Ärger mit einem angeblich türkischen Drogendealer gehabt habe. Dem Kläger warf er vor, dass dieser gar nicht wirklich an der Wohnung interessiert gewesen sei. "Verbrechen und Vergehen werden von Menschen begangen, nicht von Staatsangehörigen", sagte der Richter dazu.

In der Vergangenheit hatten schon andere Gerichte Ausländern Schadenersatz zugesprochen, wenn sie bei Wohnungsvermietungen wegen ihrer Herkunft abgewiesen worden waren. Nach Einschätzung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes fühlen sich etwa 70 Prozent der Menschen mit Migrationshintergrund bei der Wohnungssuche diskriminiert.