Nach dem Messerangriff auf eine jüdische Chanukkafeier in New York wird der mutmaßliche Täter nun auch wegen Hassverbrechen angeklagt. Es seien handschriftliche Aufzeichnungen und Indizien auf dem Handy gefunden worden, die auf ein antisemitisches Motiv des Mannes deuteten, teilten Ermittler des FBI mit. In seinem Haus seien Tagebücher mit judenfeindlichen Sprüchen gefunden worden, hieß es in einer Strafanzeige der Staatsanwaltschaft. Und über ein Handy, das später in seinem Auto sichergestellt wurde, soll er Informationen über Adolf Hitler und Standorte von Synagogen abgerufen haben. Der Angeklagte wies den Vorwurf des Antisemitismus zurück und gab an, kein Mitglied einer Hetze oder Hass schürenden Gruppe gewesen zu sein.

Bei der Durchsuchung seines Hauses haben die Ermittler Tagebücher mit antisemitischen Einträgen gefunden. Demnach enthalte es judenfeindliche Äußerungen, Verweise auf Adolf Hitler und die "Nazi Kultur" [sic!] sowie ein gemaltes Hakenkreuz und einen Davidstern. Des Weiteren habe der mutmaßliche Täter im Internet nach jüdischen Gotteshäusern in der Region gesucht.

Der Mann ist bereits des fünffachen versuchten Mordes und des Einbruches angeklagt. Ihm droht eine lebenslange Haftstrafe. Laut seinem Anwalt war der mutmaßliche Täter in der Vergangenheit immer wieder psychisch krank. Eine Verwandte des Angeklagten sagte, der Mann habe an Zwangsstörungen gelitten und sich bisweilen mehrmals am Tag die Hände und Füße mit Bleichmitteln gewaschen. Kürzlich habe er seine Medizin nicht genommen und sei eine Woche verschwunden gewesen.

Dem Angeklagten wird vorgeworfen in der Nacht zum Sonntag in das Haus eines Rabbis in dem Ort Monsey nördlich der Metropole New York eingedrungen zu sein und mit einer Machete fünf Menschen verletzt zu haben, die gerade das jüdische Lichterfest Chanukka feierten. Danach floh er, konnte aber von der Polizei kurz darauf festgenommen werden. Politikerinnen und Politiker weltweit verurteilten den Anschlag. Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, wertete die Tat als Terror.

13 Angriffe auf Jüdinnen und Juden innerhalb eines Monats

In New York hatte es im Dezember mehrere gewalttätige Angriffe auf Jüdinnen und Juden gegeben. Der Messerangriff vom Samstagabend war laut Cuomo der 13. antisemitische Angriff seit dem 8. Dezember.

Erst am 10. Dezember töteten zwei Angreifer in New Jersey bei einer Attacke auf ein jüdisches Geschäft drei Menschen, nachdem sie zuvor einen Polizisten erschossen hatten. Die Angreifer wurden bei einem mehrstündigen Schusswechsel mit der Polizei von den Beamten erschossen. 

New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio kritisierte die ansteigende Judenfeindlichkeit. "Wir sehen das als Krise an", teilte der Demokrat dem Radiosender NPR mit. Es gebe ein wachsendes Antisemitismusproblem im ganzen Land. Zudem sei der Antisemitismus zunehmend gewalttätig. Entstanden sei eine "Atmosphäre des Hasses", sagte der Bürgermeister.