Das für seine umstrittenen Aktionen bekannte Künstlerkollektiv Zentrum für politische Schönheit (ZPS) hat sich für sein jüngstes Projekt entschuldigt. Nichts habe ihnen ferner gelegen, als die religiösen und ethischen Gefühle von Überlebenden und Nachkommen der Getöteten zu verletzen, teilten die ZPS-Aktivistinnen und -Aktivisten auf ihrer Website mit.

In Sichtweite des Reichstagsgebäudes hatte es Anfang Dezember eine sogenannte Gedenkstätte errichtet. Ein Teil davon ist eine Stahlsäule, die nach Angaben der Gruppe Asche von Opfern der Massenmorde der Nazis enthält. Daran hatte es in den vergangenen Tagen viel Kritik gegeben. Nicht zuletzt von jüdischer Seite.

"Wir wollen bei Betroffenen, Angehörigen und Hinterbliebenen aufrichtig um Entschuldigung bitten, die wir in ihren Gefühlen verletzt haben", heißt es in der Stellungsnahme des ZPS. "Wir möchten insbesondere auch die jüdischen Institutionen, Verbände oder Einzelpersonen um Entschuldigung bitten, die durch unsere Arbeit die Totenruhe nach jüdischem Religionsrecht gestört oder angetastet sehen." Als erste Konsequenz werde das Kernstück der Säule im Regierungsviertel verhüllt, um dem Eindruck der "Zurschaustellung" zu begegnen. Außerdem solle der für den 7. Dezember angekündigte sogenannte Zapfenstreich abgesagt werden.

Tatsächlich hatte es an der ZPS-Aktion erhebliche Kritik gegeben. Der Zentralrat der Juden hatte die Aktion als unseriös bezeichnet. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, erklärte: "Die jüngste Aktion des Zentrums für politische Schönheit soll provozieren, ist aber tatsächlich nur geschmacklos, taktlos und pietätlos." Die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem in Jerusalem bat das ZPS, "verantwortungsbewusst zu handeln und die Erinnerung an die Opfer des Holocausts sowie an die Überlebenden zu respektieren, die die Gräuel dieser Ära ertragen haben".