Mehr als dreieinhalb Jahre nach dem Mord an der honduranischen Umweltaktivistin Berta Cáceres sind gegen sieben Personen Haftstrafen von bis zu 50 Jahren verhängt worden. Elvin Rápalo, Henry Hernández, Edilson Duarte und Oscar Torres Velásquez wurden zu jeweils 50 Jahren und vier Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, teilte das zuständige Gericht mit.

Drei Mittäter müssen für 30 Jahre und sechs Monate in Haft, darunter ein Armeeoffizier, ein Ex-Soldat und ein Manager des Wasserkraftwerks Agua Zarca, gegen das die Umweltschützerin gekämpft hatte. Die Männer waren bereits vor einem Jahr für schuldig befunden worden, jetzt wurde das Strafmaß festgesetzt.

Cáceres war im März 2016 in ihrem Haus in der Stadt La Esperanza im Westen von Honduras erschossen aufgefunden worden. Die Aktivistin setzte sich für die Rechte der indigenen Lenca ein und kämpfte gegen den Bau des Wasserkraftwerks Agua Zarca durch die Firma Desa.

Vorwürfe gegen Desa-Manager

Für ihr Engagement war die Koordinatorin des Rats der indigenen Völker Honduras' (Copinh) mit dem renommierten Goldman-Umweltpreis ausgezeichnet worden. Der mexikanische Aktivist Gustavo Castro Soto wurde bei dem Angriff verletzt. Er war es, der einen der Täter identifizieren konnte.

Der Mord hatte international Empörung ausgelöst. Honduras' Regierung stand daher unter massivem Druck, das Verbrechen aufzuklären. Unter den Verurteilten sind auch Mitarbeiter der Baufirma Desa. Nach dem Mordanschlag stellte das deutsche Unternehmen Voith seine Lieferungen für das umstrittene Wasserkraftprojekt Agua Zarca ein. Über ein Joint Venture sollten Voith und Siemens Turbinen, Generatoren und Automatisierungstechnik im Wert von rund acht Millionen Euro an Desa liefern.

Staatsanwälte werfen dem Topmanager Roberto David Castillo Mejía vor, Drahtzieher des Mords an Cáceres gewesen zu sein. Er war Exekutivpräsident der Firma Desa, die das Dammprojekt betreute. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.