In der indischen Hauptstadt Neu-Delhi sind bei einem Brand in einer Fabrik mindestens 43 Menschen getötet worden. Verschiedene Medien wie die Times of India und die Nachrichtenagentur PTI berichteten unter Berufung auf Polizei und Rettungskräfte, dass die Anzahl der Opfer noch steigen könnte. Zudem wurden mindestens 16 Verletzte in Krankenhäuser gebracht, die meisten von ihnen mit Rauchgasvergiftungen.

"Wir haben mindestens 50 Menschen gerettet", sagte ein Feuerwehrsprecher der Nachrichtenagentur AFP. Einem Regierungssprecher zufolge handelt es sich bei den meisten Opfern um Arbeiter, die in der Fabrik geschlafen hatten und im Morgengrauen von den Flammen überrascht wurden. Die Brandursache war zunächst noch unklar, möglicherweise wurde er durch einen Kurzschluss verursacht. 

Der Brand war am frühen Morgen in der Altstadt von Neu-Delhi ausgebrochen. In den engen Straßen gibt es viele kleine Fabriken und Lager. Der vom Brand betroffene Arbeitsraum war laut Feuerwehr nur 55 Quadratmeter groß. Einem Polizeisprecher zufolge wurden dort vor allem Taschen, Flaschen und Spielzeuge hergestellt. Da sich daher viel Plastik in dem Raum befand, verursachte das Feuer dichten, giftigen Qualm.

Weitere Opfer vermutet

Laut der Nachrichtenagentur ANI waren rund 30 Löschfahrzeuge der Feuerwehr im Einsatz. Nach Angaben der Rettungskräfte konnten die Flammen gelöscht werden. Die Bergungsarbeiten liefen aber weiter, da in dem verrußten Gebäude noch weitere Opfer vermutet wurden.  

Premierminister Narendra Modi reagierte entsetzt auf die Brandkatastrophe. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Das verheerende Feuer sei "extrem entsetzlich", schrieb Modi auf Twitter. Die Behörden seien bemüht darum, alle erdenklichen Hilfsleistungen anzubieten. Der Premierminister versprach Hinterbliebenen eine Unterstützung von 200.000 Rupien, umgerechnet 2.500 Euro. Verletzte sollen demnach 50.000 Rupien erhalten (knapp 630 Euro).

In indischen Fabriken kommt es immer wieder zu Unfällen und Bränden, weil Sicherheitsstandards häufig missachtet werden. Mangelhafte Brandschutzvorrichtungen, fehlende Notausgänge und veraltete Elektrik sind keine Seltenheit, die Opferzahlen dadurch oft hoch. Erst im September waren durch eine Explosion in einer Chemiefabrik im Westen des Landes mehr als 20 Menschen getötet worden.