FSB - Mindestens zwei Tote nach Angriff in Moskau Bei einem Anschlag auf die Zentrale des Inlandsgeheimdienstes FSB in Moskau ist mindestens ein Mensch erschossen worden. Der Angreifer wurde von der Polizei getötet. © Foto: Pavel Golovkin/AP/dpa

Ein bewaffneter Angreifer hat in der Nähe der russischen Geheimdienstzentrale in Moskau Schüsse abgegeben. Ein Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes ist getötet worden, berichteten russische Staatsmedien und Nachrichtenagenturen unter Berufung auf den Geheimdienst FSB. Der Angreifer wurde demzufolge eine halbe Stunde nach den ersten Schüssen getötet. Seine Identität werde ermittelt. Fünf Menschen würden mit Schussverletzungen im Krankenhaus behandelt, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Russische Medien berichten über drei Tote, darunter sollen auch Polizisten beziehungsweise Beschäftigte des nationalen Wach- und Sicherheitsdienstes sein. Im Radiosender Echo Moskwy war von Schreien und Schüssen am Lubjanka-Platz die Rede, wo sich die FSB-Zentrale befindet. Auf mehreren Videos im Internet war aus unterschiedlichen Perspektiven zu sehen, wie Menschen in Panik die Flucht ergriffen.

Die Straßen nahe dem FSB-Gebäude im Zentrum von Moskau seien gesperrt worden. Zudem sollen alle Zugänge zu der Zentrale verriegelt worden sein, hieß es in den Berichten. Die Polizei habe die Passanten aufgerufen, die Umgebung so schnell wie möglich zu verlassen. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP, die sich in der Nähe des Tatorts aufhielten, berichteten aber von Schüssen noch zwei Stunden nach dem Angriff.

Angriff vor dem jährlichen Tag der Geheimdienste

Der FSB ist der Hauptnachfolger des einstigen Sowjetgeheimdienstes KGB. Der Vorfall ereignete sich, kurz bevor in Russland der jährliche Tag der Geheimdienste begangen wird.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Staatsagentur Tass, dass der russische Präsident Wladimir Putin über den Vorfall informiert worden sei. Putin war demnach bei einem Konzert im Kreml, um den Tag des Mitarbeiters der staatlichen Sicherheitsorgane zu feiern. Dabei lobte er, dass seit Jahresbeginn 33 Terroranschläge in Russland verhindert worden seien. Zuvor hatte Putin bei einer großen Pressekonferenz in Moskau gesagt, dass die Terroranschläge der Vergangenheit zu seinen schlimmsten Erinnerungen zählten – seit er vor 20 Jahren an die Macht kam. Putin war von 1998 bis 1999 selbst Leiter des Inlandsgeheimdiensts.

In Russland hat es in den vergangenen Jahren mehrere überwiegend islamistisch motivierte Anschläge gegeben. Häufig stammten die Täter aus dem nördlichen Kaukasus. Die in unmittelbarer Nähe zur FSB-Zentrale gelegene Metrostation Lubjanka war 2010 einer der Schauplätze eines Doppelanschlags durch Selbstmordattentäter.