Der rumänische Präsident Klaus Johannis soll 2020 mit dem Aachener Karlspreis geehrt werden. Laut dem Karlspreis-Direktorium erhält Johannis den Preis für seinen Einsatz und Erfolg, mit dem er Rumänien zu einer proeuropäischen und rechtsstaatlichen Politik geführt habe. Das Staatsoberhaupt stärke die Europäische Union, bekenne sich zu ihren Zielen und fördere die Zusammenarbeit der Mitgliedsländer. Seine Leistung sei einer der größten Integrationsfortschritte seit 1989, hieß es in der Begründung. Johannis ist der 62. Träger des Karlspreises.  

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp (CDU) und der Vorsitzende des Direktoriums der Gesellschaft für die Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen, Jürgen Linden, sehen in der Auszeichnung "eine Ermutigung an Klaus Johannis, seinen europäischen Weg entschlossen weiterzugehen". In einer ersten Reaktion habe sich Johannis in einem Telefonat geehrt und erfreut gezeigt.

Johannis habe sein Land, Rumänien, das eine "brutale Diktatur" habe überwinden können, zum "europäischsten in Südosteuropa gemacht", so die Jury. Das, was Johannis für Rumänien geleistet habe, sei laut dem Direktoriumsvorsitzenden Linden "einer der größten Integrationsfortschritte seit 1989". Bürgermeister Philipp nannte Rumänien einen verlässlichen Partner in Europa und einen wichtigen Teil der Gemeinschaft.

Johannis war erst im November wiedergewählt worden

Johannis wurde am 13. Juni 1959 in Sibiu (Hermannstadt) geboren und gehört der rumäniendeutschen Volksgruppe der Siebenbürger Sachsen an. Er betrachtet sich selbst als "ethnisch Deutscher und rumänischer Staatsbürger". Im November 2019 war er erneut mit zwei Dritteln der Stimmen in einer Stichwahl wiedergewählt worden. Er will das Land auf proeuropäischem Kurs halten.

Die Verleihung des Karlspreises findet am Himmelfahrtstag, dem 21. Mai, im Krönungssaal des Aachener Rathauses statt. Der Karlspreis wird seit 1950 für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen. In diesem Jahr wurde UN-Generalsekretär António Guterres ausgezeichnet, 2018 erhielt der französische Präsident Emmanuel Macron den Preis. Namensgeber ist Kaiser Karl der Große (742–814), dessen Thron in Aachen steht.