Nach den tödlichen Schüssen eines Soldaten der saudischen Luftwaffe auf einem US-Militärstützpunkt in Florida suchen die Behörden nach einem Motiv und möglichen Mittätern. Der Angreifer hatte am Freitagmorgen auf der Navy-Basis Pensacola drei Menschen erschossen und acht verletzt. Sicherheitspersonal der Navy und eintreffende Polizisten des örtlichen Sheriffbüros stellten und töteten ihn in einem Schusswechsel. Dabei wurden zwei der Polizisten verletzt.

Der Luftwaffenoffizier war seit August 2017 in den USA, um zum Piloten ausgebildet zu werden. Die Ermittler konnten bislang keine Verbindungen des Angreifers zu terroristischen Gruppen finden. Sie behandeln die Tat jedoch als terroristischen Akt und gehen davon aus, dass der Mann sich selbst radikalisierte. Sein Name wurde mit Mohammed al-Schamrani angegeben, er war Leutnant der saudischen Luftwaffe.

Bei einem Abendessen in seinem Apartment am Tag vor der Tat soll er Videos einer Massenerschießung gezeigt haben. Auch berichten US-Medien, ihm werde ein inzwischen gelöschter Twitter-Account zugeschrieben, auf dem Osama bin Laden zitiert und die USA kritisiert wurden. Er sei "gegen das Böse, und Amerika als Ganzes ist zu einer Nation des Bösen geworden", habe es in einem Posting geheißen. Die Tweets wurden von der Site Intelligence Group und dem Middle East Media Research Institute öffentlich gemacht. Beide Organisationen beobachten und untersuchen die Onlinepropaganda von Extremisten.

Waffe in den USA gekauft

Die Waffe hatte der Täter offenbar in den USA gekauft. Es handelt sich laut Behörden um eine Glock im Kaliber neun Millimeter. Wie die Waffe auf das Gelände gelangte, ist noch nicht geklärt. Eigentlich dürfen Soldaten keine Waffen mit auf die Stützpunkte bringen und ausländische Soldaten auch keine Dienstwaffen tragen.

Die Naval Air Station Pensacola ist ein Ausbildungszentrum für Marineflieger, auf dem auch Angehörige der Bundeswehr trainiert werden. Der Täter war Teil eines solchen Ausbildungsprogramms des Pentagon für ausländische Militärangehörige und besuchte die Kurse zusammen mit mehreren anderen saudischen Soldaten.

Drei von ihnen hatten vor dem Gebäude, in dem die Schießerei stattfand, das Geschehen gefilmt. Sie wurden festgenommen und verhört.

Das FBI befragt derzeit alle saudischen Soldaten, die zusammen mit dem Täter in die USA gekommen waren. Bislang gehen die Ermittler aber davon aus, dass er bei der Tat keine Komplizen hatte.