Das Flüchtlingsrettungsschiff Sea Watch 3 ist unter deutscher Flagge registriert worden. "Der bisherige Flaggenstaat hat uns so weit eingeschränkt, dass Rettungsaktionen fast unmöglich geworden sind", sagte ein Sprecher der Seenotrettungsorganisation. Er hoffe, dass die Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden besser funktioniere. Das Schiff war bislang unter niederländischer Flagge gefahren.

Das niederländische Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft hatte dem Schiff im April deutlich strengere Sicherheitsbestimmungen für die Seenotrettung im Mittelmeer auferlegt. Nach zwei Klagen erhielt die Organisation bis zum Jahresende Zeit für die Aufrüstung. "Mit Blick auf die Frist haben wir uns für den Wechsel entschieden", sagte der Sprecher.

Mit der Sea Watch 3 rettet die deutsche Hilfsorganisation Migrantinnen und Migranten aus dem Mittelmeer. Ende Juni kam es zu einem offenen Konflikt mit italienischen Behörden, nachdem die deutsche Kapitänin Carola Rackete unerlaubt in italienische Gewässer und schließlich in den Hafen der Insel Lampedusa gefahren war. Das Schiff ist derzeit in Italien festgesetzt. Rackete wurde zunächst unter Hausarrest gestellt, der aber nach wenigen Tagen wieder aufgehoben wurde.