Bei von Uber vermittelten Fahrten in den USA ist es im vergangenen Jahr nach Konzernangaben zu mehr als 3.045 sexuellen Übergriffen gekommen – bei etwa 1,3 Milliarden Fahrten. Darunter seien 235 Vergewaltigungen, heißt es in dem vom Unternehmen veröffentlichten Sicherheitsbericht. Bei den anderen Übergriffen handele es sich etwa um unerlaubte Berührungen oder Küsse. Dabei seien die Risiken für die Fahrgäste genauso groß wie für die Fahrer.

Für 2017 hatte das Unternehmen 2.936 Fälle sexueller Gewalt gemeldet. Die Zahlen stützen sich auf Berichte von Nutzern und Fahrern – die Dunkelziffer dürfte also viel höher liegen.

Uber meldete zudem zehn tödliche Angriffe im Jahr 2017 und neun weitere 2018. Acht Tote waren demnach Fahrgäste, sieben waren Fahrer und vier waren Zuschauer oder nicht direkt Beteiligte.

Die gemeldeten Fälle der beiden Jahre machten 0,00002 Prozent aller vermittelten Fahrten aus, teilte Uber mit. Doch selbst wenn sie selten seien, bedeute jeder gemeldete Fall "eine sehr schmerzhafte Erfahrung"; jeder Fall sei einer zu viel.

Es ist das erste Mal, dass Uber entsprechende Zahlen veröffentlicht. Der Fahrdienstvermittler und sein größter Konkurrent in den USA, Lyft, stehen zunehmend unter Druck. Sie erhalten zunehmend mehr Klagen von Nutzerinnen, die Opfer sexueller Gewalt wurden. Am Mittwoch reichten 20 Frauen in San Francisco Klage gegen Lyft ein, die in von Lyft vermittelten Fahrzeugen vergewaltigt oder sexuell attackiert wurden. 14 ähnliche Klagen waren bereits im September eingereicht worden.