Deutschland zählt bei der Erwachsenenbildung hinsichtlich Qualität, Finanzierung und Beteiligung zu den führenden Ländern weltweit. Aus dem aktuellen Unesco-Weltbericht zur Erwachsenenbildung geht hervor, dass Deutschland zu den 19 Prozent der Länder gehört, die über 4 Prozent ihres Bildungsbudgets in lebenslanges Lernen investieren.

Weltweit ist die Situation jedoch nach Auffassung des Berichts nicht zufriedenstellend: Zu wenig Erwachsene haben Zugang zu Bildung. In knapp einem Drittel von 96 ausgewerteten Ländern, zu denen Daten vorlagen, nehmen weniger als 5 Prozent der Erwachsenen ab 15 Jahren an Bildungsprogrammen teil. Besonders Menschen mit Behinderung, ältere Erwachsene, Geflüchtete und Migranten hätten es schwer, sich fortzubilden.

Dem Weltbericht zufolge sind zudem die Ausgaben für Erwachsenenbildung in den vergangenen zehn Jahren global gesehen zurückgegangen. Rund ein Fünftel aller Länder habe angegeben, weniger als 0,5 Prozent seines Bildungsbudgets in die Erwachsenenbildung zu investieren. Bei weiteren 14 Prozent der Staaten war es weniger als ein Prozent. Dieser Trend sei sowohl in ärmeren als auch in wirtschaftlich stärkeren Ländern zu verzeichnen.

Während es zwar bei der beruflichen Bildung weltweit vorangehe, gebe es weiterhin Defizite bei der politischen Bildung. "Die Erwachsenenbildung ist von entscheidender Bedeutung für eine nachhaltige wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung", sagte die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer.

Nach den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen sollen bis 2030 alle Menschen auf der Welt in den Genuss hochwertiger Bildung kommen. Mit ihrem Bericht prüft die Unesco alle drei Jahre die Entwicklung im Bereich der Erwachsenenbildung. Die Autoren fordern unter anderem "mehr Forschung zu guter Praxis, insbesondere in Bezug auf schutzbedürftige Gruppen".  Die Unesco fordert zudem mehr Investitionen in diesen Bildungsbereich. "Die Beteiligung ist lückenhaft, die Fortschritte mangelhaft und die Investitionen unzureichend", lautet das Fazit der Autoren.