In den vergangenen fünf Jahren sind nach Schätzungen der UNO-Flüchtlingshilfe etwa 15.000 Menschen bei der Überfahrt über das Mittelmeer gestorben oder verschollen. Allein 2019 seien bisher mehr als 1.100 Geflüchtete und Migranten im Mittelmeer ertrunken oder würden vermisst, teilte die Organisation mit.

Die UNO-Flüchtlingshilfe unterstütze daher die Seenotretter von SOS Mediterranee Deutschland beim Umbau des zivilen Rettungsschiffs Ocean Viking mit rund 22.500 Euro. An Bord solcher Schiffe müsse ausreichend Platz sein für die notfalls längere medizinische und sanitäre Grundversorgung. Oftmals müssten Rettungsschiffe im Mittelmeer längere Zeit auf See bleiben, da sie keine Häfen anlaufen dürften.

"Das Mittelmeer bleibt die tödlichste Seeroute der Welt"

"Die Menschen flüchten, weil sie überleben wollen. Zäune und Meere halten nicht davor ab, nach Schutz und Sicherheit zu suchen", sagte Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe: "Das Mittelmeer bleibt dabei die tödlichste Seeroute der Welt. Die Rettung von Menschen vor dem Ertrinken muss daher höchste Priorität haben."

Die UNO-Flüchtlingshilfe ist der nationale Partner des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR). 2019 hat sie nach eigenen Angaben in Deutschland etwa 80 Projekte deutscher Träger mit insgesamt mehr als 1,6 Millionen Euro unterstützt. Projektschwerpunkte seien soziale und psychologische Hilfen sowie aufenthaltsrechtliche Beratungen, damit Asylsuchende das Asylverfahren verstehen könnten, hieß es weiter. Darüber hinaus fördere man ehrenamtliches Engagement, das Geflüchtete bei der sozialen und wirtschaftlichen Integration unterstütze.