Papst Franziskus hat zum Frieden in der Welt aufgerufen. In seiner Weihnachtsbotschaft auf dem Petersplatz in Rom forderte er, Flüchtlinge besser zu schützen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche prangerte auch die Abschottungspolitik Europas an.

"Möge Christus das Licht für die vielen Kinder sein, die unter dem Krieg und den Konflikten im Nahen Osten und in verschiedenen Ländern der Erde leiden", sagte Franziskus. "Er richte das geschätzte syrische Volk auf, das immer noch kein Ende der Feindseligkeiten findet." Der Papst sprach von der Loggia des Petersdoms zu Gläubigen aus aller Welt, die sich auf dem Platz versammelt hatten. Die Gendarmerie des Vatikans gab die Zahl der Teilnehmenden mit 55.000 an.

Nachdrücklich bat Franziskus um Schutz für Flüchtlinge und Migranten. Sie erlebten unsagbare Misshandlungen und Folter in Auffanglagern. Menschen würden gezwungen, Wüsten und Meere zu durchqueren, die sich in Friedhöfe verwandelten. Es sei ungerecht, wenn Migranten, die sich ein würdiges Leben erhofften, abgewiesen würden und auf Mauern der Gleichgültigkeit stießen.

Kein Wort über Hongkong und die Uiguren

Mit Blick auf die Sicherheitslage im Nahen Osten appellierte der Papst an die internationale Gemeinschaft. Sie müsse Lösungen finden, um das friedliche Zusammenleben der Völker garantieren und ihrem Leiden ein Ende setzen. Für den Konflikt im Osten der Ukraine wünsche er sich konkrete Lösungen für einen dauerhaften Frieden, sagte er.

Auch die sozialen und politischen Unruhen in Südamerika waren ein Thema der Ansprache. Franziskus stammt selbst aus Argentinien. Die Menschen in Venezuela ermutigte er, sich für Gerechtigkeit, Versöhnung und ein Ende der Armut einzusetzen. Er bete dafür, dass die Bevölkerung, die unter den Sanktionen leidet, die Hilfe erhalte, die sie brauche.

In seiner Predigt ging der Papst ebenfalls auf Konflikte in Afrika ein. Dabei verurteilte er vor allem die Angriffe auf Christen in Westafrika. In Burkina Faso, Mali, Niger und Nigeria wurden Christen verschleppt und getötet. Die Spannungen und Probleme in Fernost, etwa die Lage der Uiguren in China und die Proteste in Hongkong, erwähnte Franziskus hingegen nicht.

Am Ende seiner Weihnachtsbotschaft spendete der Papst den traditionellen Segen Urbi et Orbi (der Stadt und dem Erdkreis). Dieser wird jährlich zu Weihnachten und Ostern sowie nach der Wahl eines neuen Papstes ausgesprochen.