Die Buschfeuer in Australien halten seit Monaten an. Mit über 63.000 Quadratkilometern verbranntem Gebiet sind sie die stärksten Bände, die das Land in seiner Geschichte je erlebt hat. In Teilen des Landes ist der Notstand verhängt worden, Zehntausende Urlauber wurden angewiesen, die gefährdeten Gebiete, die sich über Hunderte Kilometer erstrecken, zu verlassen. Einige von ihnen sammeln sich zu Tausenden an Stränden, wo sie mit Hilfe des Militärs evakuiert werden.

Je länger die Feuer anhalten, desto mehr steht die Regierung in der Kritik. Während Wissenschaftler die Brände, die von einer Rekordhitze von bis zu 46 Grad sowie einer Dürre begünstigt sind, auf die Erderwärmung zurückführen, betreibt der konservative Premier Scott Morrison eine industriefeundliche Klimapolitik. Im Dezember blockierte Australien zusammen mit den USA und Brasilien zahlreiche Beschlüsse für den Kampf gegen den Klimawandel.

Die Feuer haben bisher 2.500 Gebäude zerstört und 25 Menschen das Leben gekostet, drei von ihnen Feuerwehrleute im Einsatz. Im Internet kursieren Videos von Dutzenden toten Tieren am Rand von Straßen. Morrison hat sich insbesondere bei der Feuerwehr unbeliebt gemacht, als er Forderungen, freiwilligen Feuerwehrleuten die Gehaltsausfälle auszugleichen, zunächst ablehnte. 90 Prozent der in New South Wales im Kampf gegen die Brände eingesetzten Feuerwehrleute sind Freiwillige.