Die Zahl der Waldbrände im brasilianischen Amazonasgebiet ist im vergangenen Jahr um fast ein Drittel im Vergleich zu 2018 gestiegen. Das brasilianische Institut für Weltraumforschung Inpe verzeichnete vergangenes Jahr insgesamt 89.178 Amazonasbrände, ein Anstieg von rund 30 Prozent im Vergleich mit den 68.345 Bränden des Vorjahres, wie das Institut mitteilte. Allerdings lag die Zahl der Brände diesen Angaben zufolge 2017 noch höher, nämlich bei 107.439.

Im Pantanal, einem gigantischen brasilianischen Sumpfgebiet, gab es im vergangenen Jahr laut Inpe sogar einen fast sechsfachen Anstieg der Busch- und Waldbrände. Dort registrierte das Institut 2019 insgesamt 10.025 Brände, eine Zunahme um 493 Prozent. In der Mata Atlântica, dem atlantischen Küstenurwald, stieg die Zahl um 61 Prozent auf 18.177. Ähnlich stark war die Zunahme in den Cerrado-Savannen Zentralbrasiliens, wo 62 Prozent mehr Brände registriert wurden.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro war vergangenes Jahr wegen der hohen Zahl von Bränden im für den Schutz des Erdklimas essenziellen Amazonasgebiet international in die Kritik geraten. Er erließ daraufhin im August ein 60-tägiges Verbot für das Abbrennen von Waldflächen im Regenwald und entsandte Tausende Soldaten in die Amazonasregion. Nachdem daraufhin die Zahl der Feuer zunächst zurückging, nahmen sie nach dem Ende des Militäreinsatzes Ende Oktober wieder zu. Auch die steigenden Abholzungszahlen hatten global für Aufsehen gesorgt, nachdem Bolsonaro dem Institut Inpe Manipulation der Daten vorgeworfen hatte. Auch hier soll es eine Zunahme um 30 Prozent gegeben haben.

Bolsonaro hatte seit seinem Amtsantritt im Januar 2019 die staatlichen Kontrollen beim Umweltschutz heruntergefahren. Für seine Unterstützung der Agrarlobby, die den Amazonaswald wirtschaftlich ausbeuten will, wurde der Ex-Militär in Brasilien und weltweit kritisiert. Das Engagement ausländischer Organisationen und Regierungen beim Umweltschutz beäugt der Rechtspopulist kritisch. Es handele sich dabei um eine Einmischung in innerbrasilianische Angelegenheiten, so Bolsonaro.

Brasilien - Jaír Bolsonaro bringt das Klima in Gefahr Der brasilianische Präsident Jaír Bolsonaro geht radikal gegen den Regenwald und seine indigene Bevölkerung vor. Das hat Auswirkungen auf den Klimawandel, erklärt Dagny Lüdemann.