Der britische Prinz Harry und seine Frau Meghan werden sich künftig nicht mehr "Königliche Hoheit" nennen. Das teilte der Buckingham-Palast mit. Dem britischen Sender BBC zufolge werden sie künftig auch keine finanziellen Zuwendungen, die dem Königshaus zur Verfügung stehen, erhalten.

"Die Sussexes werden ihren Titel Königliche Hoheit nicht nutzen, da sie nicht länger aktive Mitglieder der Königlichen Familie sind", teilte der Buckingham-Palast mit. Das Paar habe zudem eingewilligt, einen Teil der Steuermittel zurückzuzahlen, die für die Sanierung ihres britischen Wohnsitzes Frogmore Cottage verwendet wurden.

Des weiteren werden Harry und Meghan keine offiziellen Aufgaben für das Königshaus mehr wahrnehmen, auch nicht mehr für das Militär. So wird Harry künftig wohl nicht mehr in Uniform zu sehen sein. Ihre privaten Engagements werden sie jedoch weiterhin wahrnehmen und auch die "Werte Ihrer Majestät" weiterhin verteidigen. Wer künftig für die Sicherheit des Paares aufkommen wird, wollte der Palast nicht mitteilen.

In der Mitteilung würdigte Königin Elizabeth II. die beiden ausdrücklich. "Harry, Meghan und Archie werden immer sehr geliebte Mitglieder meiner Familie sein", teilte die Queen mit. Sie erkenne die Herausforderungen an, denen die beiden in den vergangenen zwei Jahren durch die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit ausgesetzt gewesen seien. Die Monarchin unterstütze den Wunsch des Paares nach einem unabhängigeren Leben und sei "besonders stolz, wie Meghan so schnell ein Mitglied der Familie geworden ist". Elisabeth II. hoffe, dass die jetzige Vereinbarung Harry und Meghan ermögliche, "ein glückliches und friedliches neues Leben aufzubauen."

Thronfolge ist von Harrys und Meghans Rückzug kaum betroffen

Der Enkel von Queen Elisabeth II. und seine Frau hatten kürzlich angekündigt, sich von ihrer Rolle als Mitglieder des engeren Zirkels des britischen Königshauses zurückzuziehen. Harry und Meghan streben stattdessen finanzielle Unabhängigkeit an und wollen zwischen Großbritannien und Nordamerika pendeln. 

Der angekündigte Rückzug des royalen Paares hatte in Großbritannien für erheblichen Wirbel gesorgt. Der Schritt war nicht mit der Königsfamilie abgestimmt und soll dort für viel Enttäuschung und Ärger gesorgt haben. So hatte die Queen erst nach der Ankündigung der beiden von der Entscheidung erfahren. In einem anschließenden Gespräch der britischen Königsfamilie auf dem Landsitz Sandringham hatte sie dann Harry und Meghan ihre Unterstützung zugesagt. Königin Elisabeth II. sagte, sie unterstütze "voll und ganz" den Wunsch des Paares, "ein neues Leben als junge Familie aufzubauen". Sie verwies aber auf die noch notwendige Klärung "komplexer" Fragen.

Die britische Thronfolge ist von der Entscheidung nur entfernt betroffen, da Harry erst nach seinem Vater Prinz Charles, seinem älteren Bruder Prinz William und dessen Kindern in der Thronfolgeliste steht.