Der amerikanische Journalist und Buchautor Glenn Greenwald ist wegen Internetkriminalität in Brasilien angeklagt worden. Greenwald wird vorgeworfen, sich mithilfe von Hackern illegalen Zugang zu den Mobiltelefonen von Staatsanwälten und anderen Beamten verschafft zu haben. Das berichtet die New York Times.

In der Strafanzeige heißt es demnach, Greenwald sei Teil einer "kriminellen Vereinigung", die 2019 Hacks durchgeführt habe. Greenwald sei für eine Stellungnahme der New York Times nicht erreichbar gewesen.

Greenwald wurde weltweit bekannt, nachdem er dem Whistleblower Edward Snowden 2013 geholfen hatte, Dokumente des US-Nachrichtendienstes NSA zu leaken.

Dem Bericht nach hat die Bundesstaatsanwaltschaft nun eine 95-seitige Strafanzeige gegen Greenwald erarbeitet. Darin würden auch Zitate aus Gesprächen zwischen Greenwald und Hackern vorkommen. Greenwald habe somit eine "klare Rolle bei der Begehung eines Verbrechens gespielt", zitiert die New York Times die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft. Greenwald habe etwa in direktem Kontakt mit Hackern gestanden, als diese private Chats auf Telegram ausspionierten.

"Die Regierung Bolsonaro schüchtert uns nicht ein"

In einem Video auf Twitter wendet sich Greenwald, der seit vielen Jahren in Brasilien lebt, an die Öffentlichkeit. Die Vorwürfe gegen ihn beschreibt er als Angriff auf die Pressefreiheit und die brasilianische Demokratie. "Der Missbrauch des Staatsapparats oder der Regierung Bolsonaro lässt uns nicht einschüchtern", schreibt er.

Zuvor hatte sich auch der Whistleblower Snowden auf Twitter zu dem Fall geäußert. Einen "absolut roten Alarm" nennt er die Anklage gegen Greenwald. Es sei "eine Vergeltungsaktion für die Aufdeckung extremer Korruption auf höchster Ebene der Regierung von Bolsonaro und eine existenzielle Bedrohung für den investigativen Journalismus in Brasilien", schreibt Snowden.