Der bundesweit größte Islam-Verband Ditib bildet nach viel Kritik künftig einen Teil seiner Imame in Deutschland aus. Der Bundesvorsitzende der Türkisch-Islamischen Union gab in einer neuen Ausbildungsstätte im Eifelort Dahlem den offiziellen Startschuss. Mit diesem "Neustart" werde die Ditib zum Vorreiter, sagte Kazım Türkmen. Er sprach von einer "historischen Entwicklung nicht nur für Ditib, sondern auch für Deutschland".

Zunächst beginnen 22 junge Leute die praxisorientierte zweijährige Ausbildung. Sie haben zuvor in Deutschland ihr Abitur gemacht und danach überwiegend in der Türkei Islamische Theologie studiert. Das neue Ausbildungsprogramm hat alleinig die Ditib-Akademie konzipiert. Es soll vor allem auf Deutsch unterrichtet werden, auch externe Dozenten sind vorgesehen. Die Ditib zahlt die Ausbildung des religiösen Nachwuchspersonals.

Politiker aus Bund und Ländern fordern seit Längerem vehement eine strukturelle, finanzielle und politische Loslösung von der Türkei. Der "sehr wichtige, aber nur erste Schritt" nach viel verlorenem Vertrauen schaffe nun eine Alternative zur Entsendung der Imame aus der Türkei, sagte Staatssektretär Markus Kerber aus dem Bundesinnenministerium.