Die somalische Islamisten-Miliz Al-Schabaab hat bei einem Angriff auf einen Militärstützpunkt in Kenia drei Amerikaner getötet. US-Militärangaben zufolge handelte es sich dabei um einen US-Soldaten und zwei für das US-Verteidigungsministerium arbeitende Zivilisten. Zwei weitere Mitarbeiter wurden verletzt. Die USA würden gemeinsam mit ihren internationalen Partnern die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen, erklärte Africom-General Stephen Townsend.

Nach kenianischen Angaben wurden bei dem Angriff im Grenzgebiet zu Somalia am Morgen zwei Flugzeuge, zwei US-Hubschrauber und mehrere US-Militärfahrzeuge zerstört. Die Angreifer seien zurückgeschlagen worden. Dabei seien mindestens fünf von ihnen getötet worden. Augenzeugen berichteten am Sonntag von einer schwarzen Rauchwolke über dem Militärstützpunkt. Dort sei eine Autobombe explodiert. Die Extremistengruppe selbst erklärte, ein "Trupp Elitesoldaten" habe die Basis angegriffen.

Der Stützpunkt Camp Simba, zu dem auch der Militärflughafen gehört, wird seit mehr als zehn Jahren betrieben. Laut Zahlen des Pentagon sind dort weniger als 100 US-Soldaten stationiert. Das US-Militär bildet dort Sicherheitskräfte ostafrikanischer Staaten aus und fliegt in Somalia auch immer wieder Luftangriffe auf Islamisten. 

Kein Zusammenhang mit Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani

Al-Schabaab kämpft in Somalia seit mehr als einem Jahrzehnt für die Errichtung eines islamistischen Staates. Bei ihrem letzten Angriff Ende Dezember in Somalia hatte die Extremistengruppe eine Autobombe in einem belebten Stadtviertel der Hauptstadt Mogadischu gezündet. Mindestens 83 Menschen wurden nach Angaben der somalischen Behörden dabei getötet.

Seit kenianische Streitkräfte seit 2011 das Nachbarland Somalia im Kampf gegen Al-Shabaab unterstützen, kommt es auch dort immer wieder zu Anschlägen. Anfang 2019 griffen Al-Shabaab-Kämpfer einen Hotelkomplex in der Hauptstadt Nairobi an und töteten mehr als 20 Menschen. Die Gruppe rekrutiert zudem auch Kämpfer in Kenia, vor allem an der Küste.

Der Angriff am Sonntag war der erste der Al-Shabaab auf US-Soldaten in Kenia. Im vergangenen Jahr attackierte die Gruppe einen US-Stützpunkt innerhalb Somalias, von dem aus Drohnenangriffe geflogen wurden. Ein Al-Shabaab-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur AP, der Angriff vom Sonntag habe nichts mit der Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani durch das US-Militär am Freitag im Irak zu tun.