Der SPD-Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby aus Halle hat eine Morddrohung erhalten. Die Polizei ermittele, sagte er. Er nehme die Bedrohung sehr ernst und sei unter Polizeischutz gestellt worden. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. 

An Diabys Bürgerbüro in Halle waren vergangene Woche zudem Einschusslöcher entdeckt worden. 

Einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung zufolge sei die Drohung per E-Mail von den "Musikern des Staatsstreichorchesters" gekommen, die ihre Drohungen und Forderungen mit "Sieg Heil" und "Heil Hitler" unterzeichnen. Wer hinter den E-Mails des "Staatsstreichorchesters" steckt, konnten die Behörden bisher nicht aufklären. Der Weg der E-Mails wird so geschickt verschleiert, dass er sich bislang offenbar nicht zurückverfolgen ließ

Die Polizei bestätigte Ermittlungen des Staatsschutzes wegen Bedrohung, Beleidigung und Volksverhetzung sowie dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Laut der Zeitung wurde in der Mail auf den ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke verwiesen. Der CDU-Politiker war im vergangenen Juni auf der Terrasse seines Hauses aus nächster Nähe erschossen worden. Haupttatverdächtiger ist Stephan E., der den Behörden wegen seiner Neonazivergangenheit bekannt war.

Immer wieder gibt es Drohungen gegen Politiker. Im Oktober 2019 etwa hatte Thüringens CDU-Chef Mike Mohring eine Morddrohung gegen sich öffentlich gemacht, ebenfalls anscheinend aus der rechtsextremen Szene. Absender war auch hier das "Staatsstreichorchester", das schon seit Längerem aktiv ist. Auch die Grünenpolitiker Cem Özdemir und Claudia Roth hatten Morddrohungen erhalten.